Die Polizei hat eine Gartenlaube in der Kleingartenanlage in Münster abgesperrt. 
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MünsterIm Missbrauchsfall Münster sind zwei weitere mögliche Opfer bekannt geworden. Zwei Väter hätten Anzeigen erstattet, dass ihre Söhne von in dem Fall bereits Beschuldigten unsittlich berührt worden seien, berichtete ein Sprecher der Polizei Münster am Dienstagmorgen. Die Anzeigen richteten sich laut dpa nicht gegen den 27 Jahre alten Hauptverdächtigen aus Münster. 

Die Kinder seien im gleichen Altersrahmen wie die bisher bekannten drei Opfer - also zwischen fünf und zwölf Jahren. Weitere Einzelheiten nannte der Sprecher zunächst nicht. Bislang gab es in dem am Wochenende öffentlich gewordenen Fall Festnahmen von elf Tatverdächtigen aus mehreren Bundesländern. Sieben der Beschuldigten sitzen in Untersuchungshaft, darunter auch ein 42-jähriger Mann aus der brandenburgischen Gemeinde Schorfheide (Barnim). Zuvor hatte RTL über weitere mögliche Opfer berichtet.

27-Jähriger richtete Vereins-WLAN ein

Der 27 Jahre alte Hauptbeschuldigte im Missbrauchsfall Münster hat als IT-Experte auch das WLAN - also Computernetzwerk mit Funktechnik - für den Kleingartenverein eingerichtet, in dem einer der beiden bislang bekannten Tatorte liegt. „Er hatte auch Administratorrechte“, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Inwieweit der Münsteraner damit auch Zugriff auf die Video-Überwachung des Kleingartenvereins gehabt habe, sei jetzt Teil der Ermittlungen.

In einer Gartenhütte des Vereins, die der ebenfalls inhaftierten Mutter (45) des Hauptbeschuldigten gehört, sollen zwei Jungen bei einer der Taten über Stunden wechselweise von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Die Ermittler fanden in einer Zwischendecke des mit videoüberwachten Doppelstockbetten ausgestatteten Häuschens professionelle Aufzeichnungstechnik und Computer versteckt.

Im Missbrauchsfall Münster um schweren sexuellen Missbrauch von Kindern ist die Mutter eines zehnjährigen Opfers weiterhin Teil der Ermittlungen. Gegen sie bestehe aber kein dringender Tatverdacht und die Frau sitze demnach nicht in Untersuchungshaft.