Es ist eine entsetzliche Vorstellung: Menschen, die vor Gewalt und Krieg, vor Not und Elend in ihrer Heimat geflohen sind, um in Deutschland Schutz zu finden, treffen hier stattdessen auf sadistische Peiniger. Die Flüchtlinge, die in den Heimen ankommen, haben oft Schreckliches durchgemacht, manche sind knapp dem Tod entronnen, andere sind durch das Erlebte in ihren Heimatländern traumatisiert.

Allzu oft wird das vergessen, wenn  hier über neue Standorte für Flüchtlingsunterkünfte diskutiert wird. Die Hilfesuchenden werden als Last empfunden, die es zu bewältigen und zu verteilen gilt.

Es ist die Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass die Schutzsuchenden in Deutschland auch Schutz erhalten – und nicht irgendwelchen dubiosen Wachmännern ausgeliefert werden. Dies gilt auch und vor allem dann, wenn private Dienstleister die Unterbringung und Betreuung übernehmen.

Die Behörden haben hier eine besondere Aufsichtspflicht. Es geht schließlich nicht nur um die Verwahrung von Menschen, die einem lästig sind und für die man sonst keinen Platz findet. Wenn man die Bilder sieht, kommt einem sofort der Folterexzess von Abu Ghraib in den Sinn. Auch wenn man nicht sagen kann, ob die Assoziation richtig ist: Es steht viel auf dem Spiel.