Berlin - Nach seiner klaren Wahlschlappe gibt Jörg Meuthen auf. Zwei Wochen nach der Bundestagswahl hat der bisherige AfD-Chef nun erklärt, er werde im Dezember nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. Der Rückzug aus der Spitze der inzwischen in weiten Teilen rechtsextremistischen Partei kommt keineswegs überraschend.

Es ist der vorläufige Höhepunkt eines zähen innerparteilichen Machtkampfs. Meuthen – seit 2015 einer von zwei Chefs – ist spätestens seit 17 Monaten ein schwer angeschlagener Chef. Damals setzte er mit knapper Mehrheit im Parteivorstand den Rauswurf von Andreas Kalbitz aus der AfD durch. Der war lange Zeit der zweite Mann hinter Björn Höcke im inzwischen aufgelösten und als rechtsextrem eingestuften „Flügel“ der Partei. Dessen Anhänger haben dem Parteichef Meuthen den Rauswurf ihrer Gallionsfigur nie verziehen.

Meuthen wollte die Partei als bürgerlich-nationale Alternative zur sozialdemokratisierten Merkel-CDU positionieren. Doch für diesen „weichen“ Kurs fehlte ihm die Mehrheit, das extreme Lager ist in der AfD tonangebend. Meuthen hätte seine schwindende Macht nur mit einem klaren Wahlsieg retten können. Es kam anders: Landesverbände aus dem Meuthen-Lager schwächelten, und die Partei wurde dort stärkste Kraft, wo die „Flügel“-AfD antrat.

Noch ist nicht endgültig klar, wohin sich die Partei bewegen wird. Natürlich könnte es sein, dass sich jemand aus dem gemäßigten Lager durchsetzt. Allerdings ist das relativ unwahrscheinlich, auch deshalb, weil bislang jeder Führungswechsel die AfD weiter nach rechts führte.

Wenn die permanente Selbstradikalisierung weitergeht, wird die dann eindeutig extremistische Partei für viele Protestwähler nicht mehr wählbar sein. Ihr Weg könnte – wie bei der NPD – in Richtung Bedeutungslosigkeit führen.