Berlin Diplomaten benötigen ein gutes Gefühl für Takt und den richtigen Ton. Antony Blinken, der künftige Außenminister der USA, verfügt darüber in reichlichem Maß. Das kann jeder nachprüfen, der sich auf Youtube Musikvideos anschaut, in denen Blinken in einer Bluesband älterer Herren die Leadgitarre spielt und singt. Ganz in schwarz gekleidet, die Hemdsärmel hochgekrempelt, zeigt er da zum Beispiel einen spektakulären Auftritt mit „Hoochie Coochie Man“, einem Klassiker von Muddy Waters.

Doch der 1962 an der mondänen Upper Eastside von New York geborene Blinken hat nach dem Studium von Jura und Politikwissenschaften in Harvard auch auf dem Feld der klassischen Diplomatie schon jahrzehntelang Erfahrungen gesammelt. Er hat Ende der 1990er-Jahre im Weißen Haus von Bill Clinton als Redenschreiber gearbeitet, als stellvertretender Außenminister in der Regierung von Barack Obama und als Sicherheitsberater des damaligen Vizepräsidenten Joe Biden. Aus all dem weiß man, dass mit Tony Blinken ein überzeugter Transatlantiker in das State Department zurückkehrt. Er setzt für alle großen Herausforderungen, vom Klimawandel über den Terrorismus, die Bekämpfung der Pandemie, die Beziehungen zu China, Russland und Iran sowie die Krisen im Mittleren Osten auf die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern und den Wert internationaler Abkommen und Organisationen – unter amerikanischer Führung. Den von Präsident Donald Trump angekündigten Truppenrückzug aus Deutschland bezeichnete er als dumm und strategisch falsch: „Er schwächt die Nato, hilft Wladimir Putin und schadet Deutschland, unserem wichtigsten Verbündeten in Europa“.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.