Haft für den mutmaßlichen Macher des islamfeindlichen Schmähvideos: Wegen Verletzung seiner Bewährungsauflagen muss Nakoula Basseley Nakoula ins Gefängnis. Bei dem Vorbestraften bestehe Fluchtgefahr, teilte US-Bundesrichterin Suzanne Segal am Freitag in ihrer Begründung in Los Angeles mit. „Dem Gericht fehlt derzeit das Vertrauen in den Angeklagten.“

Zuvor waren die Behörden zu dem Schluss gekommen, dass Nakoula gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hat. Demnach darf der heute 55-Jährige nach seiner Verurteilung wegen Bankbetrugs im Jahr 2010 fünf Jahre lang weder Computer noch das Internet nutzen oder unter falschem Namen auftreten. Insgesamt lägen gegen Nakoula acht Verstöße gegen Auflagen vor, hieß es aus Behördenkreisen. So habe er seine Bewährungshelfer angelogen und Decknamen benutzt. Außerdem drohten ihm neue Anklagen und Höchststrafen von zwei Jahren Haft.

Video löst Gewalt aus

Nakoula war untergetaucht, als er als mutmaßliche Schlüsselfigur hinter dem umstrittenen Film identifiziert worden war. Das im Juli auf der Internetplattform Youtube gepostete Kurzvideo, in dem der Prophet Mohammed lächerlich gemacht wird, hatte in Teilen der muslimischen Welt gewaltsame Proteste vor amerikanischen und anderen westlichen Vertretungen ausgelöst. Dutzende Menschen wurden getötet.
Medienvertreter waren von der Anhörung vom Donnerstagnachmittag (Ortszeit) ausgeschlossen worden. Reporter mussten das Geschehen im Gerichtssaal am Fernsehen von einem anderen Gerichtsgebäude aus verfolgen, das sich einige Straßenblocks entfernt befand. Eine Begründung für das Vorgehen nannte das Bezirksgericht nicht. (dapd)