Der Mahner: Dieter Dombrowski erinnert die Linkspartei an die DDR-Diktatur

Dieter Dombrowski, Vorsitzender der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft, wirft der Linken Geschichtsvergessenheit vor.

Dieter Dombrowski (CDU)
Dieter Dombrowski (CDU)dpa/Maurizio Gambarini

Dieter Dombrowski war noch nie ein Freund der Linkspartei. Die jüngsten Versuche aus den Reihen der Linken, mithilfe von montäglichen Demos gegen die Gasumlage vorzugehen, müssen für Dombrowski allerdings eine außerordentliche Provokation gewesen sein.

Geschichtsvergessen – so geißelt der Vorsitzende der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft die Versuche des Ostbeauftragten der Linksfraktion im Bundestag, Sören Pellmann, vom Geist der Demonstrationen der friedlichen Revolution von 1989 zu profitieren. Hatte Pellmann doch zu Montagsdemos, die im Widerstand gegen die SED-Diktatur entstanden waren, gegen die Gasumlage und hohe Energiepreise aufgerufen.

Ähnlich geht ja auch schon die AfD vor. Die Partei will in diesem Herbst montags Demonstrationen gegen die hohe Inflation organisieren, für die sie die Bundesregierung verantwortlich macht. Die Linke also nicht besser als die AfD, populistisch, problematisch, beschämend – so sieht das Dombrowski. Gemeinsame Sache mit rechtsaußen, „das kennen wir ja von linken Kräften schon aus der Weimarer Republik“, sagt er.

Dabei hat Dombrowski, 1951 als jüngstes von acht Kindern einer katholischen Familie in Ost-Berlin geboren, selbst oft mit symbolischen Auftritten provoziert. In den 80er-Jahren beteiligte er sich in West-Berlin an antikommunistischen Aktionen und mauerte gemeinsam mit dem DDR-Dissidenten Bernd Moldenhauer den Eingang zum Aeroflot-Büro am Bahnhof Zoo zu. Bernd Moldenhauer wurde von Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR ermordet. Dieter Dombrowski erhielt in der Folge zeitweise Personenschutz.

Protest in Häftlingskleidung

2009 protestierte Dombrowski in DDR-Häftlingskleidung bei der Vereidigung von Ministerpräsident Matthias Platzeck gegen die Unterzeichnung des Koalitionsvertrages von SPD und Linke, weil für die Linke auch zwei ehemalige Stasi-Spitzel mit dabei waren.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Dombrowski bereits viele Jahre als CDU-Landrat und Landtagsabgeordneter in Brandenburg agiert. Er war Brandenburger CDU-Generalsekretär, Fraktionsvorsitzender und Vizepräsident des Landtags. Seine einschneidenden Erfahrungen aus der DDR in der Jugendzeit – seine verschiedenen Verhaftungen nach Protesten gegen Zwangsmaßnahmen und vor allem seine Inhaftierung nach einer versuchten Republikflucht bis zum Freikauf – hat er aber nie vergessen.