Paris - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Beerdigung der ermordeten Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll besucht. Er begab sich am Mittwoch ohne vorherige öffentliche Ankündigung zu der Zeremonie, wie der Deutschen Presse-Agentur aus Kreisen des Élyséepalastes bestätigt wurde. Dies sei eine Geste an die Familie des Opfers und stehe im Zusammenhang mit Macrons Kampf gegen den Antisemitismus, hieß es von dort weiter.

Mordmotiv war Antisemitismus

Die 85-jährige Jüdin Mireille Knoll war am Freitag tot in ihrer ausgebrannten Wohnung in Paris aufgefunden worden. Die Ermittler gehen von einem antisemitischen Motiv aus, zwei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Der Fall hat Frankreich erschüttert und weltweit Aufsehen erregt, für Mittwochabend war ein Gedenkmarsch in Paris geplant.

Präsident Macron hatte auch bei der nationalen Gedenkfeier für einen bei einem islamistischen Terroranschlag getöteten Gendarmen an Knolls Schicksal erinnert. „Der Terrorist von Trèbes wie der Mörder von Mireille Knoll verneinen den Wert des Lebens, schänden unsere heiligen Werte und unsere Erinnerung“, teilte er anschließend auf Twitter mit. (dpa)