Dhaka - Bangladesch will rund 30.000 Flüchtlinge der verfolgten ethnischen Gruppe der Rohingya auf eine Insel in der Bucht von Bengalen umsiedeln. Es gehe darum, zwei überfüllte Flüchtlingslager aus Cox's Bazar im Südosten des Landes zu verlegen, sagte Badre Munir Ferdaus, Verwaltungschef des Distrikst Noakhali, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Hunderttausende Rohingya sind in den vergangenen Jahren vor religiöser Verfolgung aus dem Nachbarland Myanmar nach Bangladesch geflohen. Offiziell registriert sind aber nur die Menschen in den beiden Flüchtlingscamps. Schätzungen der Regierung zufolge leben weitere 300.000 Rohingya in Bangladesch. Viele von ihnen bestiegen die Boote, die seit Anfang Mai in Malaysia und Indonesien ankamen.

Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina hatte die Beamten bereits im November um Vorschläge für die Umsiedlung der Menschen in den Flüchtlingscamps gebeten. Als Ort sei die Insel Hatiya ausgeguckt worden, sagte Ferdaus weiter. Diese liegt an der Stelle, wo der gewaltige Fluss Meghna in den Indischen Ozean fließt. „Ich weiß nicht, wann der Plan umgesetzt werden soll“, sagte Ferdaus. (dpa)