Halle (Saale) - Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat nach einem Auftritt in der ARD-Talkshow Günther Jauch zum Thema Pegida im Januar Drohungen erhalten. Die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) konnte die einschlägigen E-Mails einsehen. Ein Mann schrieb damals an Thierse, er hoffe, dass die Bürger ihn nach einem Attentat wie in Paris „im Schnellverfahren aufhängen“. Ein anderer teilte mit: „Ich wünsche Ihnen einen langsamen und qualvollen Tod.“

Ein weiterer Bürger schloss sein Schreiben mit den Worten: „Erst im Gulag, wenn den gutgläubigen nützlichen Idioten die Pistole ins Genick gedrückt wird, werden sie für einen kurzen Moment aufwachen.“ Die meisten Mails sind namentlich unterzeichnet. Ein Urheber ist Ehrenvorsitzender der Republikaner in Lippstadt. Thierse sagte der MZ, er finde das Ausmaß der Feindseligkeiten „erschreckend“. Dies gelte umso mehr, als er sich in der Sendung noch relativ maßvoll zu Pegida geäußert habe.