Damaturu - Nigerianische Sicherheitskräfte haben einen Teil der mehr als hundert Mädchen gefunden, die seit einem Angriff der Islamistengruppe Boko Haram auf eine Mädchenschule am Montag vermisst wurden. „Einige der Mädchen“ seien „aus der Gewalt der Terroristen“ gerettet worden, sagte ein Sprecher des Gouverneurs im nordöstlichen Bundesstaat Yobe am Mittwoch. Die Mädchen befänden sich in der Obhut der Armee.

Es war die erste Bestätigung, dass die Schülerinnen entführt wurden. Nach dem Angriff der Miliz Boko Haram auf ein Internat in der Stadt Dapchi galten 111 Mädchen als vermisst. Berichten zufolge waren sie bei dem Überfall zusammen mit einigen Lehrkräften geflohen. Der Sprecher ging nicht darauf ein, wie viele der Mädchen nun gerettet wurden.

Erinnerung an Massenentführung 2014

Eine hochrangiger Armeevertreter aus dem Nachbarstaat Borno sagte, die Mädchen seien an der Grenze der beiden Bundesstaaten im Norden Nigerias gefunden worden. Sie seien mit ihrem Fahrzeug zurückgelassen worden. Demnach hatte das Auto eine Panne und die Boko-Haram-Kämpfer gerieten wegen der ihnen folgenden Soldaten in Panik. Es werde aber befürchtet, „dass einige der anderen Mädchen von den Terroristen mitgenommen wurden“, sagte der Armeevertreter.

Der Vorfall erinnert an die Massenentführung von mehr als 200 Mädchen von einer Schule in Chibok in Borno durch Boko Haram. Der Fall aus dem Jahr 2014 sorgte weltweit für Entsetzen und Empörung. Seitdem konnten 164 der Mädchen fliehen oder wurden freigelassen.

112 der Schülerinnen befinden sich bis heute in der Hand der Islamisten. (afp)