Jörg Meuthen, AfD-Parteichef. 
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Lommatzsch Nach Diskussionen um die innerparteiliche Ausrichtung der AfD auf einem Bundeskonvent im sächsischen Lommatzsch haben die Parteispitzen anschließend Einigkeit demonstriert. „Wir haben kontrovers diskutiert, kontrovers gestritten, wie es sich gehört für eine demokratische Partei“, sagte Co-Vorsitzender Tino Chrupalla am Samstagabend der Nachrichtenagentur dpa. Dennoch arbeite der Bundesvorstand eng zusammen. „Wir sind eine AfD, es gibt keine Spaltung“, betonte er.

Bundeschef Jörg Meuthen steht seit einiger Zeit parteiintern in der Kritik - unter anderem wegen des Rauswurfs des Brandenburger AfD-Landeschefs Kalbitz. Ein Antrag auf dem Bundeskonvent hatte Meuthen „unverantwortliche Spaltungsversuche“ vorgeworfen und personelle Konsequenzen gefordert - er wurde allerdings von den Delegierten mehrheitlich abgelehnt. Nach Angaben aus Parteikreisen stimmten am Samstag 27 Delegierte gegen den unter anderem vom Bundestagsabgeordneten Armin-Paul Hampel eingebrachten Antrag. 23 Delegierte votierten für den Antrag.

Man habe auf dem Konvent ausführlich über die „Causa Kalbitz“ gesprochen, so Meuthen. Es gebe in der AfD eine „vitale Streitkultur“, deswegen müsse man aber keine Spaltung an die Wand malen. Meuthen sieht eine Mehrheit der Partei hinter seinem Kurs.

Meuthen steht seit einiger Zeit parteiintern massiv in der Kritik. Der Parteichef hat sich in den letzten Wochen und Monaten viele Feinde gemacht mit seinen Vorstößen, den rechtsextremen „Flügel“ rund um Andreas Kalbitz und den Thüringer Landeschef Björn Höcke aufzulösen, eine Debatte über eine Spaltung der AfD anzuregen sowie Kalbitz aus der Partei drängen zu wollen.

Am Freitag hatte Meuthen eine juristische Niederlage hinnehmen müssen: Das Landgericht Berlin hatte die Aufhebung der Mitgliedschaft des bisherigen Brandenburger AfD-Landeschefs Andreas Kalbitz durch den Bundesvorstand für unzulässig erklärt. Damit darf der rechtsnationale Politiker seine Rechte als Parteimitglied und als Mitglied im Bundesvorstand bis zur Entscheidung des AfD-Bundesschiedsgerichts wieder ausüben.