+++12:35 Uhr: Linken-Fraktionsvize Korte kündigt Proteste an+++

Die Oppositionsparteien Linke und Grüne haben dem geplanten Bundeswehreinsatz die Rechtmäßigkeit abgesprochen. „Die Teilnahme an diesem Krieg wäre zum jetzigen Zeitpunkt absolut völkerrechtswidrig“, erklärte der Linken-Fraktionsvize Jan Korte am Sonntag in Berlin. „Die Linke wird dem keinesfalls zustimmen und sich an Protesten dagegen beteiligen.“ Korte warf der Bundesregierung vor, „überhaupt nichts aus dem Debakel in Afghanistan“ gelernt zu haben. „Auch dort war man angetreten, den Terror zu besiegen. Passiert ist genau das Gegenteil.“

Auch der Grünen-Außenexperte Jürgen Trittin kritisierte die Einsatzplanung der Bundesregierung. „Es liegt bisher keine überzeugende Rechtsgrundlage vor, und es fehlt ein tragfähiges politisches Konzept für die Befriedung Syriens“, sagte er dem „Spiegel“ vom Samstag.

+++09:20 Uhr: Bundeswehr will mehr als 1000 Soldaten für Syrien-Einsatz+++

Die Bundeswehr-Führung will deutlich mehr als 1000 Soldaten bei der von der Bundesregierung angekündigten Syrien-Mission einsetzen. „Aus militärischer Sicht wird die für den Betrieb der Flugzeuge und Schiffe notwendige Zahl voraussichtlich bei etwa 1200 Soldatinnen und Soldaten liegen“, kündigte Generalinspekteur Volker Wieker in der „Bild am Sonntag“ an. Damit wird die Beteiligung deutscher Soldaten am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) der größte aktuelle Auslandseinsatz der Bundeswehr.

Nach der Grundsatzentscheidung für eine Beteiligung an der Militäroperation vom Donnerstag arbeitet das Verteidigungsministerium an den Details. Am Dienstag will das Kabinett entscheiden, und auch die Beratungen im Bundestag sollen nicht lange dauern. Der Einsatzbeginn könne „sehr rasch nach Mandatierung erfolgen“, sagte Wieker. Die Bundesregierung strebe ein Mandat noch in diesem Jahr an. (dpa)