Berlin - Vier in den vergangenen Tagen in der Türkei festgenommene Deutsche sind am Sonntag wieder freigelassen worden. Das bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Sonntagabend.

Laut einem Bericht des NDR dürfen die Freigelassenen die Türkei jedoch nicht verlassen und müssen sich fünfmal pro Woche bei der Polizei melden. Ein Gericht solle in den kommenden Tagen entscheiden, wie es für zwei weiterhin inhaftierte deutsche Staatsbürger weitergehe, hieß es in dem NDR-Bericht.

Darunter sei auch eine am Donnerstag festgenommene Erzieherin aus Hamburg. Den Deutschen wird laut einem Bericht der prokurdischen Nachrichtenagentur Mezopotamya die Verbreitung von Propaganda und Zugehörigkeit zu einer illegalen kurdischen Organisation vorgeworfen.

Warnung des Auswärtigen Amtes

In der Vergangenheit waren immer wieder deutsche Staatsangehörige bei Türkei-Besuchen wegen kritischer Äußerungen unter dem Vorwurf der „Terrorpropaganda“ festgenommen worden.

Das Auswärtige Amt warnt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen zur Türkei ausdrücklich, dass kritische Beiträge in Online-Netzwerken zu Festnahmen führen können: „Festnahmen und Strafverfolgungen deutscher Staatsangehöriger erfolgten vielfach in Zusammenhang mit regierungskritischen Stellungnahmen in den sozialen Medien. Ausreichend ist im Einzelfall das Teilen oder 'Liken' eines fremden Beitrags entsprechenden Inhalts.“ (afp)