Köln - Nach seiner Flucht muss der verurteilte Vergewaltiger Peter B. wohl nicht damit rechnen, dass ihm Vergünstigungen gestrichen werden. Der 58-Jährige werde auch weiterhin Freigang bekommen, so ein Sprecher des Justizministeriums NRW. Flucht sei in Deutschland nicht strafbar. „Viermal im Jahr muss er ausgeführt werden, das schreibt das Gesetz vor“, erklärte der Sprecher der „Bild“ (Montagsausgabe). In Zukunft sollen ihm dabei aber Hand- und Fußfesseln angelegt werden.

In die JVA Aachen werde der 58-Jährige nicht mehr zurückkommen, so ein Sprecher des NRW-Justizministers. Langfristig soll er in die neue JVA in Werl kommen. Dort sollen alle Sicherungsverwahrten in NRW untergebracht werden.

Flucht aus Kölner Brauhaus

Peter B. war am Mittwoch bei einem begleiteten Ausgang aus der Justizvollzugsanstalt Aachen die Flucht gelungen. Bei einem Mittagessen im Brauhaus Früh am Dom in Köln hatte er sich bei einem Toilettengang davongeschlichen. Seine Flucht dauerte bis zum Samstagmittag, als er in Brühl festgenommen wurde. Zuvor hatte B. in der Innenstadt ein Fahrrad gekauft und mit seiner EC-Karte bezahlt. Mehrere Beamte stoppten und überwältigten ihn in der Kurfürstenstraße. Dabei soll Peter B. keinen Widerstand geleistet haben.

B. war im März 1991 vom Kölner Landgericht wegen mehrfacher Vergewaltigung, schweren Raubes und sexueller Nötigung zu neun Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Sexueller Übergriff in Bornheim noch ungeklärt

Noch ungeklärt ist ein sexueller Übergriff im nahegelegenen Bornheim. Am Freitagabend war eine 21 Jahre alte Frau an der Haltestelle der Linie 18 in Merten von einem Mann angesprochen und attackiert worden. Die Polizei schließ einen Zusammenhang mit der Flucht von Peter B. nicht aus. (rem)