Berlin - Die drei schwarz gekleideten Frauen entblößten sich am Montag am Zaun des Botschaftsgeländes, schlangen sich Henkerseile um den Hals und den Zaun und deuteten so eine Hinrichtung an. Auf ihren barbusigen Oberkörper hatten sie die Worte "Human Rights", "Sharia Law" und "Rejhaneh Jabbari" gemalt.

Berliner Polizeibeamte beendeten nach kurzer Zeit die unangemeldete Protestaktion. Dabei erlitt eine Polizistin laut Behördenangaben leichte Verletzungen. Die drei Frauen im Alter von 23, 24 und 30 Jahren wurden zur Feststellung ihrer Personalien abgeführt. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und Widerstandes ein.

Die hingerichtete Iranerin hatte nach eigener Aussage 2007 einen Mann getötet, der sie vergewaltigen wollte. Am Samstag wurde sie deshalb in einem Gefängnis westlich von Teheran gehängt. Die Hinrichtung löste international Proteste aus. Auch die Bundesregierung äußerte Bestürzung. «Die Bundesregierung lehnt die Todesstrafe unter allen Umständen ab», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. (dpa)