Washington - US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, Journalisten den Zugang zu umstrittenen Auffanglagern für Einwanderer zu gewähren. „Ich werde damit beginnen, einige dieser Auffanglager der Presse zu zeigen“, sagte Trump vor Journalisten in Morristown im US-Bundesstaat New Jersey am Sonntag. „Ich will, dass die Presse reingeht und sie ansieht.“

Trump über "New York-Times"-Berichte: "Enten"

Menschenrechtsaktivisten, Ärzte und Anwälte beklagen unter anderem die Überfüllung und die mangelnde Hygiene in den Einrichtungen. Die „New York Times“ hatte am Samstag über eine Grenzschutzstation im texanischen Clint berichtet. Dort würden sich hunderte Kinder in dreckiger Kleidung in von Krankheit verseuchten Zellen drängen. Der Gestank sei so stark, dass er sich auf die Kleidung der Grenzschutzbeamten übertrage, die Kinder würden ständig weinen, hieß es in dem Artikel.

Präsident Trump nannte die Berichte „Zeitungsenten“, räumte aber die Überbelegung ein. „Wir werden Teile der Presse reinlassen, weil sie (die Lager) überfüllt sind, und wir waren diejenigen, die sich über ihre Überfüllung beschwert haben.“ In ihrem Artikel zitierte die „NYT“ einen Bericht aus dem Heimatschutzministerium aus der vergangenen Woche, in dem vor „gefährlicher Überbelegung“ in mehreren Auffanglagern gewarnt wird.

US-Präsident zeigt wenig Mitleid

Auch Kongressabgeordnete der oppositionellen Demokraten erzählten nach Besuchen solcher Einrichtungen von völlig überfüllten Zellen ohne fließend Wasser, in denen Kindern und Erwachsenen der Zugang zu Medikamenten verwehrt wurde und sie wochenlang nicht duschen konnten. Präsident Trump hatte zuvor wenig Mitleid für die Einwanderer in den Einrichtungen gezeigt. Wenn sie unglücklich mit den Bedingungen seien, „sagt ihnen einfach, sie sollen nicht herkommen. All Probleme gelöst!“ (afp)