München - Ein Bundestagskandidat der Piraten, Thomas Goede, hat nach der Schießerei in Unterföhring bei München, bei der eine 27-jährige Polizistin lebensgefährlich verletzt wurde, mit einem Tweet für Entsetzen gesorgt.

Unter dem Namen „DreiBart” twitterte er kurz nach der Schießerei: „So ein Tag, so wunderschön wie heute. Weg mit dem Bullendreck. Ich mach mal den Champus auf.” Zudem fügte er noch das Kürzel „ACAB” hinzu, die oft gebrauchte Abkürzung für „All cops are bastards”.

In seiner eigenen Partei löste Goede mit seinem Tweet Fassungslosigkeit aus. Die Piraten distanzierten sich deutlich von dem Bundestagskandidaten der Brandenburger Piraten, der auf Platz zehn der Landesliste steht. Die Piraten Brandenburg schrieben unter anderem: „Wir distanzieren uns von der unangebrachten Äußerungen eines Einzelnen & hoffen auf die Genesung der verletzten Polizistin.”

Der Vorstand des Bundesverbandes der Piraten twitterte: „Es ist uns völlig zuwider das Menschen die heutige Gewalttat in München öffentlich gutheißen.”

Die in Unterföhring bei München angeschossene Polizistin schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Ein 37 Jahre alter Randalierer hatte am Dienstag am S-Bahnhof Unterföhring bei einer Rangelei mit einem Polizisten die Dienstwaffe des Streifenbeamten an sich gerissen und geschossen. Die 27-jährige Polizistin war dabei von einem Schuss in den Kopf getroffen worden. 

Goede legte nach Informationen der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" inzwischen alle Parteiämter nieder. Einen Parteiausschluss ziehe die Partei derzeit allerdings nicht in Betracht. 

(ate mit dpa)