Michael Schumacher schwebt nach seinem schweren Skiunfall in den französischen Alpen weiterhin zwischen Leben und Tod. „Sein Zustand ist außerordentlich ernst“, sagte der behandelnde Anästhesist Jean-François Payen am Montag bei einer Pressekonferenz der Klinik im französischen Grenoble. Dort wird der Deutsche seit Sonntag behandelt.

Schumacher habe ein schweres Schädelhirntrauma erlitten und sei unmittelbar nach seiner Einlieferung am Hirn operiert worden. Der Eingriff sei ohne große Schwierigkeiten verlaufen, sagte Payen. Außerdem berichtete er von Prellungen und Schwellungen am Hirn. Schumacher befinde sich zurzeit im künstlichen Koma, eine zweite Operation sei derzeit nicht vorgesehen. Eine Prognose zum Krankheitsverlauf oder zu den Folgen der Verletzungen lehnte der Mediziner ab. Er sagte nur: „Die Situation ist kritisch, nicht stabil.“

Schumacher war am Sonntag im Skigebiet Méribel nach Informationen französischer Medien abseits der Piste im Neuschnee gefahren, gestürzt und mit dem Kopf auf einen Stein geprallt. Nach Angaben der Mediziner muss er sehr schnell unterwegs gewesen sein. Er trug bei der Abfahrt einen Helm. Ohne den Kopfschutz, hieß es auf der Pressekonferenz, wäre Schumacher vermutlich nicht mehr am Leben.

Der Unfall löste in Deutschland und bei Motorsportfans in aller Welt Bestürzung aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert „außerordentlich bestürzt“ – wie „Millionen von Deutschen“. Kanzlerin und Regierung hofften mit Schumacher und seiner Familie, dass er die „Verletzungen überwinden und genesen kann“. Seiner Familie und den Angehörigen wünschten sie „in schweren Stunden Kraft und Zusammenhalt“. Viel Kraft wünschte auch der aktuelle Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel der Familie, die er sehr gut kennt. In Schumachers Geburtsort Kerpen wurde am Montagmittag in einem Gottesdienst für den ehemaligen Rennfahrer und Vater von zwei Kindern gebetet.