Nach Yolo, Swag und Smombie: Das ist das Jugendwort 2016

Die jährlich neu zusammengestellte, unabhängige 17-köpfige Jury aus Jugendlichen, Sprachwissenschaftlern, Pädagogen, Medienvertretern und einem Onlinebewerber machte es sich nicht leicht: Am Vormittag wurde angeregt diskutiert und analysiert bis für das Gremium „fly sein“ als Gewinnerwort feststand. Diese Wortschöpfung bedeutet in der Jugendsprache so viel wie „jemand oder etwas geht besonders ab“.

„Fly sein wird einschlagen“

Der Juror Christian Paga, Doktorand der Sprachwissenschaft an der Uni Duisburg-Essen, begründet seine Entscheidung so: „Ich finde es spannend, dass Jugendsprache heute immer internationaler wird. 'Fly sein' kann vielfältig verwendet werden und erfüllt für mich die Kriterien, die Jugendsprache ausmachen“.

Junior-Bloggerin Livia Kerp bringt es auf den Punkt: „'Ich bin überzeugt: 'Fly sein' wird einschlagen“. Sprachwissenschaftlich handelt es sich bei „fly sein“ um eine Zusammensetzung aus dem englischen Wort „fly“ („fliegen“) und dem Verb „sein“.

Als Ausdruck für „besonders abgehen“ kann es sich auf eine Person oder eine Sache beziehen, beispielsweise kann „man voll fly sein“ oder auch „ein Song fly sein.“

Die bisherigen Gewinner waren:

2014: „Läuft bei Dir“. Vor zwei Jahren wurde ein ganzer Satz zum „Jugendwort“ gekürt. Er soll als Synonym für cool oder krass gelten.

2013: „Babo“. Das Wort bedeutet so viel wie Boss oder Anführer. Der Ausdruck erinnert an den türkischen Begriff Baba (Vater) und wird vor allem in kurdischen Gebieten der Türkei benutzt.

Hierzulande bekanntgemacht hat den Begriff der deutsch-kurdische Rapper Haftbefehl aus Offenbach - mit seinem Lied „Chabos wissen wer der Babo ist“.

2012: „Yolo“. Das ist ein Akronym und steht für „You only live once“ - eine Aufforderung, alle Chancen auf Erlebnisse zu nutzen.

2011: „Swag“. Der US-amerikanische Ausdruck bezeichnet eine „beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung“ oder eine „charismatisch-positive Aura“. Wörtlich übersetzt bedeutet „to swagger“ stolzieren, prahlen oder schwadronieren, und „swaggerer“ heißt Aufschneider oder Angeber.

2010: „Niveaulimbo“. Mit dem Begriff beschrieben Jugendliche 2010 das Absinken des Niveaus beispielsweise im Fernsehprogramm, bei Partys oder in Gesprächen.

2009: „hartzen“. Das an Hartz IV angelehnte Wort kann so etwas wie rumhängen oder auch arbeitslos sein heißen.

2008: „Gammelfleischparty“. Das erste „Jugendwort des Jahres“ ist eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung für eine Ü-30-Party.(dpa/red)