Berlin - Egon Bahr war kein Mann großer Worte. Was er aber zu sagen hatte, kleidete er in prägnante Sätze und Wendungen von analytischer, bisweilen sarkastischer Schärfe. Zeugnis ihrer Brillanz ist, dass sie über Jahrzehnte im Gedächtnis haften blieben.

„Bisher hatten wir keine Beziehungen. Jetzt werden wir schlechte Beziehungen haben. Und das ist der Fortschritt.“ Das war so ein Satz, mit dem er 1972 den von ihm ausgehandelten „Grundlagenvertrag“ über die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR kommentierte. „Jetzt haben wir endlich die Probleme, die wir uns 40 Jahre lang gewünscht haben“, war wieder so ein Satz. Flapsig und doch überaus treffend umschrieb Bahr damit 1989 die Folgen der Wende in der DDR und des Mauerfalls.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.