Nachtclub Reina in Istanbul: Mindestens 16 Ausländer unter den 39 Toten

Istanbul - Nach dem Terrorangriff mit Dutzenden Toten auf eine Silvesterparty in einem Istanbuler Nachtclub ist am Neujahrsmorgen auch nach Stunden noch mindestens ein Angreifer auf der Flucht. Die Suche in der türkischen Millionenmetropole dauere an, sagte Innenminister Süleyman Soylu nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntagmorgen.

Nach Soylus Angaben stieg die Zahl der Toten nach den Schüssen in dem Club auf mindestens 39. Bislang seien 20 Opfer identifiziert, sagte der Minister. Darunter seien 15 Ausländer und 5 Türken. Die Identität der anderen Toten sei noch unklar.

Wahrscheinlich nur ein Schütze

Gesundheitsminister Recep Akdag sagte laut Anadolu, 65 Verletzte würden in Krankenhäusern behandelt. Vier davon seien schwer verletzt. Auch unter den Verletzten seien zahlreiche Ausländer. Soylu sagte, Ermittlungen der Sicherheitskräfte deuteten darauf hin, dass es sich nur um einen Schützen gehandelt habe.

Die Nachrichtenagentur DHA hatte dagegen gemeldet, zwei als Weihnachtsmänner verkleidete Terroristen seien in den Nachtclub Reina eingedrungen und hätten das Feuer mit automatischen Waffen eröffnet. Auch eine Augenzeugin hatte von zwei Angreifern gesprochen.

Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin sagte: „Das ist ein Terrorangriff.“ Ein Angreifer habe sich um 01.15 Uhr (Ortszeit/23.15 MEZ) Zugang zum Club verschafft, indem er am Eingang einen Polizisten und einen Zivilisten erschossen habe. (dpa)