Nebulöses von Monika Grütters

Die im Humboldt Forum geplante Präsentation „ethnologischer Schätze“ wird als eine „zweite Deutsche Kolonialausstellung“ kritisiert. Entkräftigt hat die Kulturstaatsministerin die Vorwürfe bisher nicht - sie möchte keine Dokumentation zur Herkunft der Objekte.

Berlin-Kaum war meine Kolumne über Monika Grütters am vergangenen Dienstag erschienen, beschwerte sich der Leiter ihrer „Stabsstelle Kommunikation“ und behauptete, mein Artikel enthalte „falsche Fakten“. (Gibt es „schwarze Schimmel“ oder „falsche Fakten“?) Ich widersprach postwendend, stellte konkretisierende Fragen und bat darum, diese rechtzeitig zu beantworten. Das gelang seit Mittwochmorgen vergangener Woche weder der Stabs- noch der Pressestelle von Staatsministerin Grütters (CDU). Wir warten also eine weitere Woche auf Antworten und wenden uns zwischenzeitlich dem Wortgewabere der Ministerin zu.

Dafür eignet sich das Humboldt Forum beispielhaft. Bekanntlich wird die dort geplante Präsentation „ethnologischer Schätze“ inzwischen als eine „zweite Deutsche Kolonialausstellung“ kritisiert; die erste hatte 1906 in (Berlin-) Treptow stattgefunden. Immerhin stammen, je nach Region, 70 bis 90 Prozent der Objekte des einstigen Völkerkundemuseums aus deutschen Kolonien. Die Art, wie all das hunderttausendfach zusammengerafft wurde, verdient genaue Betrachtung. Schließlich besitzen die Bürgerinnen und Bürger heutiger afrikanischer oder ozeanischer Staaten, die seinerzeit als „Wilde“, „Primitive“, „Ureinwohner“ oder „Eingeborene“ ausgeplündert wurden, viele der in Berlin verwahrten Kultur- und Alltagsgegenstände nicht mehr. Das Humboldt Forum wirbt schon jetzt mit „weltweit einmaligen“ Stücken. Was sagt die politisch verantwortliche Staatsministerin Grütters dazu? Sie meint, der mit kolonialer Beute angefüllte Schlossnachbau werde ein „Kulturort, in dem Menschheitskulturgeschichte erzählt werden kann“. Ob das klappt?

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