Berlin - Auch das Land Berlin ist nun in die Affäre um die Ermittlungspannen im Fall der rechtsterroristischen Vereinigung NSU geraten. Nach Informationen dieser Zeitung hat offenbar einer der von der Bundesanwaltschaft beschuldigten mutmaßlichen NSU-Unterstützer zeitweise als Informant für das Berliner Landeskriminalamt (LKA) gearbeitet. Außerdem soll das LKA dem NSU-Untersuchungsausschuss einen Vermerk vorenthalten haben, wonach die Polizei bereits im Jahr 2002 einen Hinweis auf den Aufenthaltsort der mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe bekommen hatte.

Der Hinweis auf die Informantentätigkeit eines mutmaßlichen NSU-Unterstützers wurde am Donnerstag im Bundestags-Untersuchungsausschuss bekannt. Wie die Tagesschau berichtete, soll der Bundesanwaltschaft zufolge der Mann zwischen 2001 und 2005 mit dem LKA Berlin zusammengearbeitet haben. Nach Informationen dieser Zeitung könnte es sich bei ihm um Jan W. handeln. Darauf gibt ein dieser Zeitung vorliegendes Fax des Berliner LKA an das Bundeskriminalamt in Wiesbaden vom 22. August 2001 einen Hinweis. Darin bitten die Berliner ihre Wiesbadener Kollegen, vor „Maßnahmen“ des BKA gegen Jan W. zuerst das LKA Berlin zu informieren. Dieser Hinweis solle „zügig“ in das polizeiliche Informationssystem Inpol aufgenommen werden, baten die Berliner. Solche Absprachen sind üblich bei der Anwerbung von Informanten.

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