Neonazi-Terror: Nazitrio angeblich in Selbstschuss-Anschlag verwickelt

Die Duisburger Staatsanwaltschaft prüft für einen acht Jahren alten Mordanschlag einen Zusammenhang mit der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle. Das sagte Sprecher Detlef Nowotsch am Samstag und bestätigte insoweit einen Bericht der "Waz".

Bei dem Anschlag war ein türkischstämmiger Gastwirt schwer verletzt worden.

Ähnlicher Selbstschuss-Apparat in Zwickau gefunden

Im Dezember 2003 war das Opfer in eine Selbstschussfalle gefahren. Er überfuhr einen Draht, der einen in der Nähe aufgebauten Schussapparat auslöste. Der Mann überlebte schwer verletzt.

Laut «WAZ» wurde ein ähnlicher Apparat in dem Haus in Zwickau gefunden, das Zschäpe angezündet hatte.

Auch zum Nagelbombenanschlag in Köln, bei dem im Juni 2004 in einer vor allem von Türken bewohnten Straße 22 Menschen durch eine Nagelbombe verletzt worden waren, soll es neue Hinweise geben: Das Bundeskriminalamt hat laut "Focus" Hinweise auf eine Urheberschaft des Terror-Trios gefunden.

Die Dateinamen von Videosequenzen auf dem Computer von Beate Zschäpe wiesen auf ihre mutmaßlichen Mittäter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hin, schreibt das Nachrichtenmagazin.

Bald ein Untersuchungsausschuss eingesetzt?

Zur Mordserie des Trios wird es aller Voraussicht nach einen Bundestags-Untersuchungsausschuss geben. Die SPD-Fraktion wolle einem entsprechenden Antrag der Grünen zustimmen, sagte ein Sprecher am Samstag auf Anfrage. Er bestätigte damit einen Vorabbericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Der Ausschuss soll unter anderem ein Versagen der Sicherheitsbehörden bei der Verfolgung der Terrorzelle und der Aufklärung ihrer Straftaten - darunter zehn Morde und mehrere Banküberfälle - untersuchen.

Dem Bericht zufolge könnte der Untersuchungsausschuss um Ostern herum seine Arbeit aufnehmen.

(dpa, jon)