Jena - Lothar König grummelt wie ein aufziehendes Gewitter. „Konstantin Wecker? Auf keinen Fall. Der nicht. Bitte nicht!“ Er grummelt weiter, man versteht ihn nicht genau, und Hannes, der neben ihm am Schreibtisch sitzt, macht eine neuen Vorschlag. „Ton, Steine, Scherben?“ – „Ja , Ton, Steine, Scherben. Und Beethoven, die Neunte“, brummelt Lothar König weiter. „Aber nicht eine mit Karajan, eine mit dem aus Leipzig, dem Dings, wie heißt der noch?“ „Masur, Kurt Masur?“, fragt Hannes vorsichtig. „Ja, den meine ich. Kurt Masur.“

Lothar König, 59, Jahre alt, barfuß in Sandalen, Cargohose, Schlabberhemd, ein Bart biblischen Ausmaßes, ist der Jugendpfarrer von Jena. Er sieht ein bisschen wie ein Obdachloser aus, dieser linke Gottesmann. An diesem Spätnachmittag sitzt er mit Hannes, seinem Mitarbeiter, zusammen und sucht die Musik aus, die sie am Abend auf der Demonstration gegen Rechtsextreme spielen wollen.

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