Köln - Gelangweilt schiebt sie den Einkaufswagen durch die Regal-Gassen. Noch ein bisschen Gemüse fürs Abendessen? Oder doch direkt zu den Sonderangeboten? Die Szene aus dem neuesten Netto-Werbespot könnte unspektakulärer nicht sein - würde es sich bei der Einkäuferin nicht um eine Katze handeln.

Vorbei sind die Zeiten der Mirácoli-Mama, die ihre Kinder zum Essen ruft. Langweilige TV-Werbung können sich nur noch die wenigsten Unternehmen leisten. Wer etwas auf sich und seine Marke hält, investiert Unsummen, um im Internet viral zu gehen.

Auf diesen Zug versucht auch die Dicount-Kette Netto mit ihrem neuen Werbespot aufzuspringen. In dem gut eine Minute langen Clip folgt die Kamera dem Treiben in einem Supermarkt. Die Protagonisten: allesamt Vierbeiner. Hier zwängt sich eine Katze durch ein Regal, dort erschreckt sich eine andere vor einer Gurke, die von der Gemüsetheke rollt.

Netzkundige werden schnell erkennen: Netto hat ganz schön abgekupfert. Die Katzen im Video sind Kopien der berühmtesten Internet-Katzen, wie zum Beispiel der Grumpy Cat, der No no no Cat, der Ceiling Cat oder der Katze, die beim Stehlen erwischt wird. Und wer erinnert sich nicht an die zahlreichen Videos, die belegen sollten, dass Katzen Panik vor Gurken haben.

Allein auf Facebook wurde das gut eine Minute lange Video bereits mehr als 1,7 Million mal angesehen und rund 27.000 mal geteilt.

In einem Making-Of-Video erklärt Netto, dass das Video von Regisseur Brian Lee Hughes gedreht wurde, der unter anderem bereits Clips für Sony und BMW und zahlreiche Musikvideos verantwortet hat.

Damit wandelt Netto eindeutig auf den Spuren von Konkurrent Edeka . Der setzte 2014 mit seinem Spot „Supergeil“ und dem dazugehörigen Song neue Maßstäbe in der deutschen Werbelandschaft. Mithilfe der Werbeagentur Jung von Matt gelang es 2015, den Erfolg noch einmal zu wiederholen. „#Heimkommen“ hieß der Spot, der die rührende Geschichte eines vereinsamten Opas erzählt.

Dass sich die Werbestrategien von Edeka und Netto gleichen, überrascht nicht. Beide Ketten sind unter dem Dach der Edeka-Group zu Hause, und auch der Katzen-Werbespot wurde von Jung von Matt konzipiert.

Qualitativ kann Nettos Beitrag auf den ersten Blick Beiträgen wie „#Heimkommen“ nicht das Wasser reichen. Muss er aber auch nicht, solang die Zahlen stimmen. Der Clip ist so trashig, dass er viele zum Lachen bringen dürfte, und der Song „Magic Fly“ von Space so nervig, dass er im Ohr bleibt.