Berlin - Die Internetseite der Bundesanwaltschaft ist gehackt worden. Die Behörde habe am Freitag bemerkt, dass Hacker in eine Datenbank der Webseite www.generalbundesanwalt.de eingedrungen seien, erklärte die Bundesanwaltschaft am Montag auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Teile der Webseite seien daraufhin vom Netz genommen worden. Die Pressemitteilungen sind nicht mehr einsehbar. Den Angaben zufolge gibt es bisher keine Hinweise auf den oder die möglichen Täter.

Die Tat dürfte im Zusammenhang mit den angekündigten Ermittlungen gegen den Blog Netzpolitik.org stehen. Am vergangenen Donnerstag war bekanntgeworden, dass die Bundesanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Journalisten eingeleitet hat. Sie sah bei Gründer Markus Beckedahl und Autor André Meister einen Verdacht des Landesverrats, weil sie Verfassungsschutz-Informationen veröffentlicht hatten.

Die Blog-Macher hatten die Ermittlungen als „Angriff auf die Pressefreiheit an sich“ bezeichnet. Um Unterstützung zu zeigen, demonstrierten am Samstag in Berlin rund 1300 Menschen - weitaus mehr als gedacht. Die Kritik an Generalbundesanwalt Harald Range richtet sich auch gegen dessen angeblich zögerliches Vorgehen in der Ausspähaffäre des amerikanischen Geheimdienstes NSA. (dpa, red)