Neue Erkenntnisse der Polizei: Offenbar kaum Nordafrikaner zu Silvester in Köln

Köln - Die Polizei hat am Freitag eine neue, überraschende Erkenntnis der Silvesternacht verkündet: Demnach waren die ungefähr 2000 jungen Männer, die in Zügen nach Köln gereist waren, entgegen bisheriger Behördenangaben in der Mehrzahl offenbar doch keine Nordafrikaner, sondern Araber - vor allem Iraker, Syrer und Afghanen.

Dies geht aus einer vorläufigen Auswertung der Daten überprüfter Personen hervor, gab Polizeipräsident Jürgen Mathies bekannt. Demnach stehe inzwischen die Identität von 674 Personen fest, die in der Nacht kontrolliert worden waren, von 425 sei auch die Nationalität bekannt: Fast hundert seien demnach Iraker, 94 Syrer, 48 Afghanen und 46 Deutsche. Lediglich 17 Marokkaner und ein Tunesier seien darunter gewesen.

Mathies und Kripochef Stephan Becker betonten, dass auch diese Angaben nur vorläufig seien. Nicht selten zum Beispiel hätten sich in der Vergangenheit überprüfte Personen etwa als Syrer ausgegeben, weil sie sich auf diese Weise größere Chance im Asylverfahren ausgerechnet hätten. Später jedoch hätten sie sich als Angehöriger eines so genannten Maghreb-Staates herausgestellt, also Marokko, Tunesien oder Algerien.