Die Mitglieder der neuen Regierung der Slowakei zeigen vor ihrer ersten Kabinettssitzung Siegeszeichen.
Foto: Jaroslav Novák/TASR/dpa

Bratislava - Mit schützenden Atemmasken und Handschuhen ausgestattet sind inmitten der Coronavirus-Pandemie die Mitglieder der neuen slowakischen Regierung vereidigt worden. Ministerpräsident Igor Matovic und seine Kabinettsmitglieder legten ihren Amtseid am Samstag in Bratislava bei Präsidentin Zuzana Caputova ab, wie jetzt die AFP berichtet. Der 47-jährige Regierungschef versicherte, seine Regierung werde "mit und für das Volk regieren". Dabei werde der Schwerpunkt auf der Bekämpfung der Corona-Krise sowie der in der Slowakei grassierenden Korruption liegen.

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Die als Kämpferin gegen die Korruption angetretene Mitte-rechts-Partei Olano des früheren Medienmoguls Matovic hatte sich bei der Wahl Anfang März klar gegen die linkspopulistische Regierungspartei Smer-SD von Ministerpräsident Peter Pellegrini durchgesetzt. Matovic schmiedete ein Bündnis mit mehreren liberalen Parteien und der umstrittenen rechtsgerichteten und EU-skeptischen Partei Wir Sind Familie. Das Bündnis verfügt über 95 der 150 Parlamentssitze.

Der Urnengang fand zwei Jahre nach der Ermordung des Investigativ-Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova statt. Der mutmaßliche Drahtzieher der Tat hatte Kontakte bis in höchste Regierungskreise - dafür wurde die Regierungspartei Smer-SD abgestraft.

Staatschefin Caputova ermahnte die neue Regierung: "Sie übernehmen nicht die Macht." Vielmehr solle sie "Verantwortung für dieses Land und seine Bürger übernehmen".

In dem Euro-Land Slowakei leben 5,4 Millionen Menschen. Bislang wurden hier 178 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert.