Ein Mann arbeitet in der Mine Zola Zola bei Nzibira in der ostkongolesischen Provinz Süd-Kivu auf der Suche nach Mineralien und Erzen. Im Kongo liegen große Vorkommen von Rohstoffen, die weltweit in der Industrie benötigt werden.
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Der Abbau des für die Elektromobilität wichtigen Kobalts im Kongo soll nachhaltiger werden. Das zentralafrikanische Land weitet ein Zertifizierungssystem, das Kinderarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen und Umweltschäden eindämmen soll, auf den Rohstoff aus. Bis Jahresende sollen zehn Betriebe nach den neuen Anforderungen geprüft werden, darunter eine Kobaltmine. Das teilte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover am Dienstag mit. Die BGR habe das Bergbauministerium im Kongo in dem Prozess beraten. 

Abbau von Rohstoffen soll Gesellschaft nicht zerstören

Der kongolesische Bergbauminister Willy Kitobo sagte der Deutschen Presse-Agentur, man wolle erreichen, dass der Abbau von Rohstoffen die kongolesische Gesellschaft nicht mehr zerstöre. Das Ministerium habe auf die Einbeziehung von Kobaltminen bestanden, weil Berichte bestätigten, dass es dort viel Kinderarbeit gebe. „Wir wollen, dass nur unter würdigen Bedingungen abgebaute Mineralien zertifiziert und im Namen Kongos ins Ausland verkauft werden“, sagte Kitobo.

Dem BGR-Projektgeologen Sebastian Vetter zufolge könnte die Zertifizierung den Druck auf internationale Akteure verringern, sich aus dem Kleinbergbausektor im Kongo zurückzuziehen. Der Kleinbergbau ist den Angaben zufolge bisher oft mit prekären Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit, der Finanzierung von militärischen Konflikten und großen Umweltrisiken verbunden.

Eine Million Kleinbergleute leben vom Abbau

Im Kongo, wo bis zu eine Million Kleinbergleute unter anderem Kobalt, Tantal, Zinn, Gold und Diamanten förderten, werde das besonders deutlich. Für die sogenannten Konfliktminerale Zinn, Tantal, Wolfram und Gold gelte das Zertifizierungssystem im Kongo bereits.

Kobalt ist der BGR zufolge ein wesentlicher Rohstoff für die Herstellung von wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien. Mehr als 60 Prozent des Rohstoffs würden im Kongo gewonnen – überwiegend industriell, aber auch im Kleinbergbau mit der Hand.