Die seit Anfang Dezember andauernden Streiks im öffentlichen Nah- und Fernverkehr führen zu massiven Behinderungen.
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ParisDie Dauerstreiks gegen die Rentenreform in Frankreich ruhen auch an Silvester nicht. In der Hauptstadt Paris fuhren am Dienstag zahlreiche Metrolinien nur eingeschränkt, zwei blieben komplett geschlossen.

Für Wirbel sorgte zudem ein Video, das zeigt, wie die Zugführerin einer Metro von Streikenden beschimpft und angegangen wird. Der Vorfall ereignete sich Berichten zufolge am Montag in einer Metrostation im Süden der Stadt. Zu sehen ist, wie die Frau auf dem Bahnsteig zu ihrer Morgenschicht geht. Hinter ihr folgen zahlreiche Menschen, die sie ausbuhen und bedrängen.

„Dies ist nicht akzeptabel", sagte ein Sprecher der Pariser Verkehrsbetriebe RATP. Eine interne Untersuchung sei eingeleitet worden. 

Auch die Musiker der Pariser Oper streiken

Zu den Silvesterfeierlichkeiten werden auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées jedes Jahr Hunderttausende erwartet. Die Anreise mit der Bahn nach Paris war für Touristen in diesem Jahr allerdings extrem schwierig, da zahlreiche Züge ausfielen. Und auch an anderen Stellen wurde weiterhin demonstriert:

Die Musiker der Pariser Oper gaben etwa aus Protest gegen die Reformpläne am Dienstag ein Konzert vor dem Bastille-Opernhaus. 
Mit der umstrittenen Rentenreform will die französische Mitte-Regierung die Zersplitterung in 42 verschiedene Einzelsysteme beenden und so Sonderrechte auch abschaffen. Damit verlieren ebenfalls die Angestellten der Oper diese. Außerdem sollen die Franzosen dazu angehalten werden, länger zu arbeiten.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will sich am Dienstagabend in einer Fernsehansprache nun an die Bevölkerung wenden. Zuletzt zeigte er sich kompromissbereit.