Krawall-Rapper Bushido begibt sich mal wieder auf provokantes Terrain. In einem am vergangenen Sonntag auf Youtube veröffentlichten Video sagt der in Berlin-Tempelhof geborene 38-Jährige, er wähle die AfD. Das Gespräch über Soft-Politik entspinnt sich inmitten einer düstren Nobelkarren-Blaulicht-schwere-Straßenjungs-Kulisse zwischen Bushido und seinem Freund Ali Bumaye, ebenfalls ein Rapper aus Berlin.

Das Schlimmste sei, findet Bumaye, dass Migranten, die selbst erst ein paar Jahre in Deutschland sind, sich jetzt über Flüchtlinge aufregen. "Scheiß drauf, ich wähl' trotzdem AfD, Alter", entgegnet Bushido, guckt in die Kamera und zieht die Augenbraue hoch, als wüsste er genau, dass dieser Satz die Sprengkraft hat, Proteste und Empörung auszulösen. Und Aufmerksamkeit.

"AfD? Das ist doch diese Hurensohn-Nazi-Partei, oder? Die willst du wählen?" Bumaye stutzt und grinst. Bushido lacht mit - das sei ihm scheißegal. Es folgt eine Hasstirade auf Berliner Parteien und Politiker, allen voran Innensenator Frank Henkel (CDU). Dann ein Cut und weiter geht's mit dem Nobelkarren-Blaulicht-schwere-Straßenjungs-Content.

Wie viel Wahrheit, wie viel Ironie und wie viel Effekthascherei in Buschidos Video steckt, ist schwer zu sagen. Bereits im Jahr 2013 sorgte er vor der Bundestagswahl mit einem Tweet für Aufregung. "Nächste Woche werde ich AfD wählen", schrieb er damals. Erklärt, warum er für diese Wahl Anlass sah oder ob sie ihm vielleicht schlicht vom Wahl-O-Mat ans Herz gelegt wurde, hat der Rapper nie. Möglich, dass ihm einfach die Parteien ausgegangen waren, nachdem er in seinem Song "Stress ohne Grund" Politiker fast aller etablierten Kräfte mit Groll überzogen hatte. 

Der Berliner AfD ist der Hintergrund von Bushidos Statement jedenfalls offenbar egal, hier freut man sich über den potentiellen neuen Wähler - und spricht über Twitter gleich eine Einladung zur Wahlparty aus.

Der zweite in der Kurznachricht annoncierte Rapper, Eko Fresh, dürfte die Einladung dankend ausschlagen. Er positioniert sich mit Songs wie "AfD - Albtraum für Deutschland" klar gegen die rechtspopulistische Partei. Bushido äußerte sich bisher noch nicht dazu, ob er auf der Wahlparty erscheinen will. Er setzte lediglich selbst einen Tweet ab, in dem er die AfD-Einladung mit der Welt teilte.

Am Ende wird von der Rapper-AfD-Liaison wahrscheinlich nicht viel bleiben außer ein wenig heiße Luft. Das denkt vielleicht auch Bushido-Freund Ali Bumaye, der die Ausführungen seines Kumpels in dem Video nur kommentiert mit: "Zum Glück kenn' ich mich da nicht aus mit der ganzen Politik."