Berlin - Zehn Jahre nach dem Tod des Afrikaners Oury Jalloh in einer Dessauer Zelle halten neue Gutachten eine Beteiligung von Polizisten für wahrscheinlich. Es spreche wenig dafür, dass der Brand von Jalloh selbst gelegt worden sei, sagten mehrere Experten aus dem Ausland am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Die Gutachter aus England und Kanada - zwei Brandsachverständige, ein Rechtsmediziner und ein Experte für Giftstoffe - fanden in den Unterlagen zu dem Fall aber auch keine Beweise für die Mordthese der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“. Diese sieht Polizisten als Täter.

Der Dessauer Staatsanwalt Olaf Braun wies am Rande der Pressekonferenz daraufhin, dass derzeit ein weiteres Ermittlungsverfahren laufe. Man müsse jetzt sehen, wie die neuen Erkenntnisse der Gutachter zu den bisherigen Ermittlungen passten.
Die Justiz hatte in mehreren Prozessen keine Anhaltspunkte für eine Fremdbeteiligung am Tod des Afrikaners im Januar 2005 gefunden. Was genau in der Polizeizelle passierte, ist bis heute ungeklärt. Fest steht nur, dass die Matratze in der Zelle brannte und der an Händen und Füßen gefesselte Jalloh verbrannte.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.