Neumarkt - Johannes Ponader ist auf dem Piraten-Parteitag in Neumarkt offiziell vom Amt des politischen Geschäftsführers zurückgetreten. „Ich gebe heute das Amt, dass ich gut zwölf Monate ausgefüllt habe, an euch, an den Parteitag zurück“, sagte der 36-Jährige am Freitag vor den rund 700 Parteitags-Teilnehmern. Ponader kündigte an, in der Partei als „Basispirat“ weiter aktiv zu sein. „Wer bei den Piraten ein Vorstandsamt aufgibt, der tritt nicht zurück, der tritt vor.“

Ponader räumte in seiner Rede Fehler ein. „Wo ich etwas falsch gemacht habe in diesem Jahr, möchte ich euch um Entschuldigung bitten.“ Er bekräftigte seine Ansicht, dass der Vorstand der Piraten keine Entscheidung treffen dürfe, „ohne sich vorher euer Einverständnis einzuholen.“ Er ermahnte die Basis, darauf zu achten, dass in der Partei nicht „irgendwo andere Hierarchien eingezogen werden“.

Ponader hatte mit Parteichef Bernd Schlömer immer wieder über den richtigen Kurs für die Bundestagswahl gestritten. Thematische Alleingänge sorgten auch an der Basis für Kritik.

Die rund 700 Piraten in Neumarkt begannen am Nachmittag mit der Wahl eines Nachfolgers. Der bayerische Spitzenkandidat Bruno Kramm wurde für das Amt vorgeschlagen, lehnte es aber ab anzutreten. „Als Kandidat für den Bundestag kann ich den Piraten mehr helfen“, sagte er.

Fünf Kandidaten stellten sich zur Wahl. Ponader, dem von der Parteitagsleitung Blumen überreicht wurden, wünschte seinem Nachfolger zum Abschied „Solidarität von allen Piraten“.

Am Samstag und Sonntag steht die Beratung des Programms für die Bundestagswahl im Mittelpunkt. Die Piraten liegen in Umfragen bundesweit bei nur noch zwei Prozent. Bis zum frühen Freitagnachmittag waren in Neumarkt rund 700 Piraten erschienen. (afp/dpa)