Ein zehnjähriger Junge wird am 5. Dezember 2019 in Kabul behandelt. 
Foto: AP/Altaf Qadri

KölnDie Folgen des Konflikts in Afghanistan für die Kinder in dem Land haben sich nach Angaben von Unicef in diesem Jahr erneut verschlimmert. Allein in den ersten neun Monaten von 2019 seien durch den Konflikt im Schnitt neun Kinder täglich getötet oder verstümmelt worden, konstatiert das UN-Kinderhilfswerk in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht. 

Dies entspreche einem Anstieg von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Das Jahr 2019 war für afghanische Kinder besonders tödlich“, erklärte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Dafür verantwortlich sei die Zunahme von Selbstmordattentaten und Bodenkämpfen zwischen regierungstreuen Kräften und ihren Gegnern.

Unicef forderte die afghanischen Konfliktparteien auf, ihren menschen- und völkerrechtlichen Verpflichtungen zum Schutz von Kindern nachzukommen. Sie müssten Angriffe auf Schulen und Gesundheitszentren stoppen und den Zugang zu humanitärer Hilfe ermöglichen.

Seit 2008 wurden mehr als 6500 Kinder getötet

Zwischen 2009 und 2018 wurden in Afghanistan laut Unicef insgesamt etwa 6500 Kinder getötet und rund 15.000 weitere verletzt. Kinder in dem Land litten zudem an den Folgen von Naturkatastrophen, an Armut und Unterentwicklung, heißt es in dem Report. Demnach sind 3,8 Millionen Kinder in Afghanistan auf humanitäre Hilfe angewiesen.