Berlin/Wellington - Nach dem grausam Angriff auf Moscheen in Neuseeland, haben weltweit Politiker und Personen des öffentlichen Lebens bestürzt reagiert. Bei dem Terrorakt kamen nach bisherigem Kenntnisstand 49 Menschen ums Leben. Der Täter soll aus rechtsextremen Motiven gehandelt haben.

Die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern sprach von einem „Terrorakt“. Die Motive des Täters verurteilt sie scharf: „Wir wurden nicht für diese Gewalttat ausgesucht, weil wir Rassismus stillschweigend dulden, weil wir eine Enklave für Extremismus sind. Wir wurden genau wegen der Tatsache ausgewählt, dass wir nichts davon sind", sagte sie am Freitagmorgen.

Mitgefühl und ermutigende Worte

Außerdem sprach sie den Betroffenen ihr Mitgefühl aus und fand ermutigende Worte: „Weil wir für Vielfalt, Herzlichkeit, Mitgefühl stehen. Eine Heimat für die, die unsere Werte teilen. Zuflucht für die, die es brauchen. Und diese Werte werden und können von diesem Angriff nicht erschüttert werden.“ Über die Täter sagte sie: „Sie mögen uns ausgewählt haben - wir lehnen Sie ab und verurteilen Sie zutiefst.“

Papst Franziskus hat mit Bestürzung auf die Angriffe reagiert. Das katholische Kirchenoberhaupt sei tief betrübt gewesen, als er von den sinnlosen Gewalttaten erfahren habe: „Im Angesicht dieser Angriffe sichert er allen Neuseeländern und insbesondere der muslimischen Gemeinde seine tief empfundene Solidarität zu.“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte „die schändlichen Taten“ in Christchurch. Vertreter des Islam in Frankreich äußerten sich schockiert über den Anschlag und riefen die Gläubigen zur Wachsamkeit auf. Ein Vertreter des Islamrats CFCM, Abdallah Zekri, sprach von einem „beispiellosen Verbrechen“ gegen Muslime. 

Maas verurteilt Anschlag

Außenminister Heiko Maas hat die Anschläge verurteilt. Der SPD-Politiker sagte am Freitag in Berlin, „dass wir, und mehr können wir zurzeit nicht tun, in Gedanken bei den Verletzten und auch bei den Angehörigen“ der Opfer sind. Maas verurteilte die Tat als „schrecklichen Anschlag“. Maas sagte außerdem: „Wir können heute Morgen keine Konferenz über neue Waffensysteme durchführen, ohne auch an das zu erinnern, was heute Nacht in Neuseeland geschehen ist.“ 

Angela Merkel äußerte sich ebenfalls – die Bundeskanzlerin sagte: „Wir stehen Seite an Seite gegen solchen Terror.Es handelt sich hier um einen perfiden Angriff auf Betende und ihre Gotteshäuser". Außerdem sagte sie: „Das ist ein Anschlag, der gegen Muslime gerichtet ist. Er ist damit auch ein Anschlag auf die neuseeländische Demokratie und auf die offene und tolerante Gesellschaft."

EU-Spitze sichert Neuseeland Solidarität zu

Nach dem Angriff haben die EU-Spitzen ihr Mitgefühl ausgedrückt und die Solidarität der Europäer versichert. „Unsere Gedanken in Europa sind mit den Opfern und ihren Familien“, schrieb EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag auf Twitter. „Der brutale Angriff wird die Toleranz und den Anstand, wofür Neuseeland berühmt ist, niemals schmälern.“ Premierministerin Jacinda Ardern könne auf die Solidarität der Europäer zählen.

Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker drückte seine Anteilnahme aus. „Die Europäische Union trauert heute mit euch und wir werden immer gegen jene an eurer Seite stehen, die auf abscheuliche Weise unsere Gesellschaften und unsere Art zu leben zerstören wollen.“

Der Anschlag auf unschuldige Menschen könne den Werten und der Kultur von Frieden und Einigkeit, die die EU und Neuseeland teilten, nicht mehr entgegenstehen. „Wir wünschen den Verletzten und ihren Familien Kraft und Tapferkeit.“ (dpa/afp/mab)