Chris Hipkins, 42, kümmert sich sehr beherzt um die die Gesundheit seiner Landsleute. Im Eifer des Gefechts kann dabei schon mal etwas schiefgehen, wie der neuseeländische Minister zur Eindämmung der Corona-Pandemie jetzt erfahren musste. Bei einer Pressekonferenz erklärte er, es sei eine Herausforderung für Bürger in dicht besiedelten Regionen, hinauszugehen und im Beisein anderer „die Beine zu spreizen“. Offenbar ein Versprecher, denn eigentlich wollte Hipkins sagen, „sich die Füße zu vertreten“.

Der daneben stehende Chef der Gesundheitsbehörde, Ashley Bloomfield, bemerkte den Fauxpas sofort und zog amüsiert die Augenbrauen hoch. Hipkins hatte die Ausdrücke „to stretch your legs“ (sich die Beine vertreten) und „to spread your legs“ (die Beine breit machen) verwechselt. Was der Pressekonferenz eine unfreiwillig anzüglich Note gab. Immerhin bemerkte er den Fehler und erklärte, er werde sich nun die Beine vertreten – die Medien würden sich ja sicher schon bald über ihn lustig machen.

Lockdown in Neuseeland verlängert

Der Lapsus verbreitete sich im Pazifikstaat schnell in den sozialen Netzwerken und führte zu allerlei Kommentaren. Unter dem Hashtag #SpreadYourLegs posteten Tausende Neuseeländer Witzeleien über die Panne und Fotos, auf denen sie ihre Beine spreizen. Eine Firma in Auckland brachte bereits eine Kaffeetasse mit dem Versprecher und dem Antlitz von Chris Hipkins auf den Markt. Kurzum, die Neuseeländer zeigen, wie sie die Pandemie offenbar auch mit Humor nehmen können.

Dabei ist die Lage durchaus ernst. Gerade erst wurde der Lockdown wegen drei Dutzend neuer Corona-Fälle verlängert. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern kündigte am Montag in der Hauptstadt Wellington an, dass die strengen Auflagen in dem gesamten Land nun mindestens bis Sonnabend gelten. Zuvor waren 35 neue Fälle bekannt geworden. Die meisten Ansteckungen des derzeitigen Ausbruchs wurden in Auckland auf der neuseeländischen Nordinsel registriert, der größten Stadt des Landes.

Auch die Hauptstadt selbst ist betroffen. Der Inselstaat mit fünf Millionen Einwohnern hat sich seit März 2020 weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Im April hatte die Regierung einen Reisekorridor mit dem Nachbarland Australien eröffnet, der aber Ende Juli wegen einer Corona-Welle beim großen Nachbarn wieder geschlossen wurde. Am Dienstag vergangener Woche verhängte Ardern wegen eines einzigen bestätigen neuen Falls in Auckland einen strikten Lockdown. (mit dpa)