New York - Nach der schweren Explosion in New York mit 29 Verletzten wird die Sicherheit in der Millionenmetropole mit 1000 zusätzlichen Einsatzkräften verstärkt. Die Polizisten und Angehörigen der Nationalgarde sollen dafür sorgen, dass der Alltag in New York nach dem Vorfall vom Samstagabend weitergeht und Anwohner sich sicher fühlen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntag.

„Wir können glücklich sein, dass es keine Toten gab“, sagte Cuomo. Der Sprengsatz, der offenbar aus einem verkabelten Schnellkochtopf gebaut worden war, habe schweren Schaden angerichtet. Glas- und Metallsplitter lägen überall. Zugleich stellte Cuomo klar: „Wir werden sie nicht gewinnen lassen. Sie wollen Terror einträufeln, sie wollen Euch Angst einjagen, Euch Sorgen bereiten, ob ihr nach New York oder über eine Brücke oder in eine U-Bahnstation gehen könnt.“

Verdächtige seien nicht gefasst worden. Derzeit würden Videos von Überwachungskameras ausgewertet, die Ermittlungen dauerten an. „Wir werden finden, wer auch immer oder welche Gruppe auch immer das getan hat, und wir werden sie zur Rechenschaft ziehen“, sagte Cuomo. Wenige Straßenblocks von der Explosion entfernt hatte die Polizei einen zweiten Sprengsatz entdeckt, der nicht detonierte. Die Behörden sprachen von einem Terroranschlag – Hinweise auf internationalen Terrorismus gebe es aber noch nicht.

Gedenken an 11. September

Es ist gerade einmal eine Woche her, da stand New York still im Gedenken an die fast 3000 Todesopfer der Anschläge vom 11. September 2001. Mit einem Schlag ist nun die Anschlagsangst zurück in der US-Ostküstenmetropole. Die Explosion ereignete sich am Samstag mitten im abendlichen Ausgehtrubel im Stadtviertel Chelsea, einer Gegend mit zahlreichen Bars, Restaurants, Theatern und schicken Wohnungen. Drei Straßen entfernt wohnende Anwohner berichten, dass selbst sie einen lauten Knall gehört hätten. Dann habe es kurz bleierne Stille gegeben, bevor die Sirenen von Polizei und Rettungskräften die Stadt durchdrangen. Die Polizei riegelte die Gegend weiträumig ab, Polizeihubschrauber kreisten in der Luft. Bürgermeister Bill de Blasio sagte noch am Abend in einer schnell einberufenen Pressekonferenz, Hinweise auf einen „terroristischen“ Hintergrund lägen zunächst nicht vor. Aber am Sonntag hieß es dann, es seien terroristische Absichten zu vermuten.

Natürlich wurde die Explosion sofort Thema des Präsidenten-Wahlkampfes. Denn sollte sich die Explosion als Anschlag mit möglicherweise sogar terroristischem Hintergrund erweisen, dürfte dies den sowieso schon die Bevölkerung tief spaltenden Wahlkampf weiter verschärfen. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump sprach sofort von einer „Bombe“, die in New York hochgegangen sei. „Wir sollten besser hart antworten, Leute.“ Seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton warf ihm daraufhin Alarmismus vor. „Es ist immer weiser, auf Informationen zu warten, bevor man Schlussfolgerungen zieht.“ (dpa, afp)