New York Times: Die USA wollen Ukraine helfen, die Krim angreifen zu können

Die amerikanische Tageszeitung schreibt, dass die Regierung Biden Kiew ermöglichen möchte, einen Angriff auf die Krim starten zu können.

Ein Foto der brennenden Krim-Brücke von 2022
Ein Foto der brennenden Krim-Brücke von 2022AFP

Die New York Times schreibt auf den Onlineseiten am Mittwochabend, dass die USA in Erwägung ziehen würden, ihre Krim-Politik entscheidend zu ändern. Auf der Website heißt es: „Seit Jahren bestehen die Vereinigten Staaten darauf, dass die Krim immer noch Teil der Ukraine ist. Dennoch hat die Regierung Biden seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine eine harte Linie verfolgt und sich geweigert, Kiew mit den Waffen zu versorgen, die es braucht, um die Halbinsel Krim anzugreifen, die Russland jüngst als Basis für verheerende Angriffe genutzt hat. Jetzt beginnt dieser amerikanische Standpunkt sich zu verschieben.“

Laut New York Times habe es monatelang Gespräche zwischen ukrainischen und amerikanischen Offiziellen zu diesem Thema gegeben. Die Biden-Administration beginne einzuräumen, dass Kiew die Macht haben müsse, das russische Heiligtum, die Krim, anzugreifen, auch wenn ein solcher Schritt das Risiko einer Eskalation erhöhen würde. Die New York Times bezieht sich auf mehrere US-Beamte, die unter der Bedingung der Anonymität mit dem Medium gesprochen hätten. Auf der Krim würden sich Zehntausende russische Truppen und zahlreiche russische Militärstützpunkte befinden. 

Am Anfang des Krieges herrschte die Angst vor einer Eskalation

Die Änderung der Amerikaner in dieser entscheidenden Position sei darauf zurückzuführen, dass die Regierung Biden zu der Überzeugung gelangt sei, dass die Position Kiews in künftigen Verhandlungen gestärkt werden würde, wenn das ukrainische Militär Russland zeigen würde, dass die Krim zurückerobert werden könne. Die New York Times schreibt weiter: „Auch die Befürchtungen, dass der Kreml mit einer taktischen Nuklearwaffe Vergeltung üben könnte, sind nach Ansicht von US-Beamten und -Experten zurückgegangen – auch wenn die Experten darauf hinweisen würden, dass dieses Risiko weiterhin besteht.“

Die Entscheidung der USA würde zeigen, wie stark sich die Haltung in Washington seit Beginn des Krieges verändert habe. Zu Anfang war noch die Angst vor einer Eskalation groß gewesen. Nun würden sich die Amerikaner immer sicherer sein, dass weitere Waffenlieferungen im Interesse des Westens seien und nicht unbedingt ein Eskalationsszenario implizierten. „Jetzt erwägt die Regierung Biden einen ihrer kühnsten Schritte: Sie will der Ukraine dabei helfen, die Halbinsel anzugreifen, die Präsident Wladimir W. Putin als integralen Bestandteil seines Strebens nach Wiederherstellung des früheren russischen Ruhms betrachtet“, so die New York Times auf den Onlineseiten.

Bei den Waffen, die die USA liefern wollten, würde es sich aber nicht um Langstrecken-Raketensysteme handeln, sondern um HIMARS-Raketensysteme oder Panzer, die dazu fähig wären, russische Einheiten an der Krim-Brücke angreifen und somit russische Versorgungswege stören zu können.

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