+++22:06 Uhr: Airbus-Fabrik bei Toulouse wegen verdächtiger Apparatur evakuiert, die sich als Messgerät für Getränkedosen entpuppt+++

Drei mit Elektrokabeln verbundene Zylinder haben am Freitag zur Evakuierung einer Fabrik des europäischen Flugzeugbauers Airbus in Südfrankreich geführt. Nach einer Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich bei der als Sprengsatz verdächtigten Apparatur um eine harmlose Konstruktion eines Airbus-Zulieferers handelte, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Zwei Stunden nach der Räumung wurde der Alarm in der Fabrik in Colomiers bei Toulouse wieder aufgehoben.

+++20:15 Uhr: Polizei identifiziert Attentäter vom Stade de France+++

Eine Woche nach den Terroranschlägen von Paris ist ein weiterer Attentäter identifiziert. Die Fingerabdrücke des Terroristen, der sich am Eingang H des Fußball-Stadions Stade de France um 21.30 Uhr in die Luft gesprengt hatte, entsprechen denen eines Mannes, der am 3. Oktober in Griechenland erfasst wurde, wie die Staatsanwaltschaft in Paris am Freitag mitteilte.

+++19:34 Uhr: Senat billigt Verlängerung des Ausnahmezustands+++

Nach den Terroranschlägen in Paris wird der Ausnahmezustand in Frankreich bis in den Februar hinein verlängert. In dieser Zeit erhalten die Sicherheitsbehörden erweiterte Befugnisse. Der Senat als zweite Kammer des Parlaments stimmte einer entsprechenden Vorlage am Freitag einstimmig zu. Zuvor hatte am Donnerstag bereits die Nationalversammlung für die dreimonatige Verlängerung des seit dem 14. November geltenden Ausnahmezustands votiert. Dort stimmten 551 Abgeordnete mit Ja, es gab sechs Gegenstimmen und eine Enthaltung.

Auch in der zweiten Kammer hatte sich Regierungschef Manuel Valls für die Regelungen stark gemacht. Das Gesetz enthält eine Reihe von Änderungen an der ursprünglichen Rechtsgrundlage für den Ausnahmezustand aus dem Jahr 1955. Dazu gehören Möglichkeiten zur Sperre von Internetseiten, zur Auflösung radikaler Moscheevereine und zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

+++19:10 Uhr: Bundesliga verschärft Sicherheitsvorkehrungen+++

Nach den Anschlägen von Paris und der Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover hat die Bundesliga die Sicherheitsvorkehrungen in den Stadien erhöht. Die Besucher werden an den Eingängen schärfer kontrolliert, vielerorts werden am 13. Spieltag mehr Polizisten und Ordner eingesetzt als sonst. Dies seien alles Vorsichtsmaßnahmen, erklärte der Präsident der Deutschen Fußball Liga, Reinhard Rauball. Die Sicherheitslage sei derzeit so, dass keine Spiele abgesagt werden müssten.

+++17:12 Uhr: Angela Merkel reist nach Paris+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Mittwoch Angaben aus Regierungskreisen zufolge nach Paris. Gut anderthalb Wochen nach den schweren Anschlägen werde sich die Kanzlerin dort mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande treffen, hieß es Freitag weiter. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte zuvor vorab berichtet, das Treffen diene dazu, den Kurs im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) abzustimmen. Am Dienstag berät Hollande in Washington mit US-Präsident Barack Obama, am Donnerstag in Moskau mit Russlands Staatschef Wladimir Putin.

+++16:10 Uhr: Telefonüberwachung führte Polizei zu Abaaoud+++

Die Überwachung einer Frau wegen Drogenvergehen hat Polizeikreisen zufolge die französischen Sicherheitskräfte auf die Spur des mutmaßlichen Drahtziehers der Pariser Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, geführt. Die Polizei habe das Telefon von Hasna Aitboulahcen überwacht, von der auch bekannt gewesen sei, dass sie Kontakt zu Abaaoud unterhalten habe, verlautete aus den Kreisen am Freitag. Dadurch sei es gelungen, sie im Pariser Vorort Saint-Denis ausfindig zu machen. Am Dienstagabend sei beobachtet worden, wie sie Abaaoud in das am Mittwoch gestürmte Haus führte. Es gibt Vermutungen, dass Aitboulahcen die Cousine Abaaouds ist.

+++15:54 Uhr: Weiteres Anschlagsopfer gestorben+++

Nach den Terroranschlägen von Paris und Saint-Denis ist die Zahl der Todesopfer von 129 auf 130 gestiegen. Das gab Ministerpräsident Manuel Valls am Freitag im Senat bekannt. Gut 350 Menschen wurden bei den Attacken am Freitagabend vergangener Woche teilweise schwer verletzt.

+++14:14 Uhr: Abaaouds Vater bezeichnet seinen Sohn als „Teufel“+++

Der Vater des in Paris getöteten Terroristen Abdelhamid Abaaoud hat seinen Sohn nach Angaben seiner Anwältin für einen „Teufel“ gehalten. Omar Abaaoud sei „erleichtert“ gewesen, als er vom Tod des 28-Jährigen erfahren habe, sagte Nathalie Gallant am Freitag dem US-Sender CNN. Der in Belgien aufgewachsene Abaaoud gilt als einer der Drahtzieher der Anschläge von Paris, bei denen vor einer Woche mindestens 129 Menschen ums Leben gekommen waren.

„Der Vater wusste seit etwa einem Monat, dass sein Sohn mit Terrorakten in Europa in Verbindung gebracht wurde“, sagte Gallant. Es sei schwer für ihn gewesen, erkennen zu müssen, dass sein Sohn erneut etwas Furchtbares getan hatte.

Omar Abaaoud habe erstmals 2013 die Radikalisierung des Sohnes bemerkt. Damals habe Abdelhamid den Vater immer wieder für die liberale, europäische geprägte Erziehung der jüngeren Geschwister kritisiert. Das Verhalten des Sohnes sei das eines „Psychopathen, für ihn war er zu einem Teufel geworden“, zitierte Gallant den Vater.

+++14:14 Uhr: Ausgangssperre für das gesamte Wochenende in Problemviertel+++

In einem Problemviertel der rund hundert Kilometer südöstlich von Paris gelegenen Gemeinde Sens wurde am Freitag eine nächtliche Ausgangssperre für das gesamte Wochenende verhängt. Zwischen 22.00 und 6.00 Uhr dürfen die Bewohner des Stadtteils Champs-Plaisants nicht auf die Straße, wie die Behörden mitteilten. Zuvor waren bei Wohnungsdurchsuchungen in dem Problemviertel Waffen gefunden worden.

+++13:58 Uhr: Staatsanwaltschaft bestätigt Identifizierung von weiblicher Leiche in Saint-Denis+++

Nach der Erstürmung der Terroristen-Wohnung bei Paris ist eine weitere Leiche identifiziert worden. Dabei handelt es sich um die 26 Jahre alte Hasna Aitboulahcen, wie die Staatsanwaltschaft in Paris am Freitag mitteilte. Medienberichten zufolge ist sie eine Cousine des mutmaßlichen Hintermanns der Anschläge, Abdelhamid Abaaoud. Die Frau sei anhand von Fingerabdrücken identifiziert worden. Ihre Leiche war in der Nacht in der Wohnung im Pariser Vorort Saint-Denis gefunden worden.

+++10:57 Uhr: Dritter Leichnam im gestürmten Haus in Saint-Denis+++

In der bei einem Anti-Terror-Einsatz gestürmten Wohnung in Saint-Denis nahe Paris ist ein weiterer, weiblicher Leichnam gefunden worden. Die Identität der Toten sei noch unklar, erklärte die Pariser Staatsanwaltschaft am Freitag. Damit gab es bei dem Einsatz am Mittwoch drei Tote, unter ihnen der als Drahtzieher der Anschläge von Paris geltende belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud.

+++10:53 Uhr: Bundesanwaltschaft ermittelt gegen möglichen Mitwisser aus NRW+++

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen einen möglichen Mitwisser der Terrorserie von Paris. Es handelt sich um einen 39 Jahre alten Algerier, der im sauerländischen Arnsberg (Nordrhein-Westfalen) festgenommen worden war und in Untersuchungshaft sitzt. Ein Sprecher der Behörde bestätigte am Freitag entsprechende Berichte von „Süddeutscher Zeitung“ und SWR. Der Mann soll mehrere Tage vor den Anschlägen in einer Flüchtlingsunterkunft in Arnsberg mehrfach gegenüber Mitbewohnern aus Syrien geäußert haben, dass in Paris etwas passieren werde. Bisher hatte die Staatsanwaltschaft Arnsberg ermittelt.

+++10:12 Uhr: Besitzer des verdächtigen Pakets von Hannover meldet sich+++

Der Besitzer des verdächtigen Pakets, das nach Absage des Fußball-Länderspiels in einem IC in Hannover für Aufregung sorgte, ist identifiziert worden. Es handelt sich nach Angaben eines Bundespolizeisprechers um einen Ingenieur aus dem Ruhrgebiet, der in dem Päckchen Elektrobauteile und Kabel bei sich hatte. Der Mann habe glaubhaft versichert, dass er das Paket im Zug vergessen hatte, als er in Hannover hastig in eine andere Bahn umsteigen musste.

Dass er damit große Aufregung auslöste, habe er nicht mitbekommen. Am Tag nach dem Terroralarm habe der Mann sein Paket in einem Fundbüro im Ruhrgebiet als vermisst gemeldet. Danach habe die Polizei Kontakt zu ihm aufgenommen. Der Ingenieur habe glaubhaft versichert, dass er keine bösen Absichten gehabt habe. Mit einem Strafverfahren müsse er nicht rechnen, sagte der Sprecher der Bundespolizei, Jörg Ristow. Bei der Fahndung nach dem Mann hatte die Bundespolizei auch Videoaufzeichnungen ausgewertet, weil das Paket zunächst für eine gut gemachte Bomben-Attrappe gehalten worden war.

+++9:16 Uhr: Abdelhamid Abaaoud soll am Abend im Großraum Paris gewesen sein+++

Der belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud, der als mutmaßlicher Drahtzieher der Attentate von Paris gilt, war am Anschlagsabend im Großraum Paris. Abaaoud sei am Abend des 13. November gegen 22 Uhr von einer U-Bahn-Kamera im Pariser Vorort Montreuil gefilmt worden, verlautete am Freitag aus Polizeikreisen. In Montreuil wurde auch ein schwarzer Seat gefunden, der bei den Anschlägen verwendet worden war.

+++08:54 Uhr: Drahtzieher besuchte katholische Eliteschule+++

Etwa ein Jahr lang hat der mutmaßliche Drahtzieher der Pariser Anschläge Abdelhamid Abaaoud, eine renommierte katholische Privatschule in Brüssel besucht. Ein ehemaliger Mitschüler habe ihn als „nett, cool und ein bisschen verrückt“ beschrieben, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitag).

+++07:15 Uhr: Mehrheit der Deutschen will verschärfte Sicherheitsmaßnahmen+++

Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger ist einer Umfrage zufolge mit den verschärften Sicherheitsmaßnahmen nach den Anschlägen in Paris einverstanden. Diese von 91 Prozent der Befragten vertretene Meinung ziehe sich durch alle Bevölkerungsgruppen und Parteien, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Deutschlandtrend im ARD-Morgenmagazin hervorging.

+++06:08 Uhr: Systematische Kontrollen an den Außengrenzen des Schengenraums+++

Nach den Anschlägen von Paris wollen die EU-Staaten systematische Kontrollen an den Außengrenzen des Schengenraums ermöglichen. Eine entsprechende Forderung würden die EU-Innen- und Justizminister auf ihrer Dringlichkeitssitzung am Freitag in Brüssel an die EU-Kommission richten, sagte ein Vertreter der Luxemburger EU-Ratspräsidentschaft.

+++22:40 Uhr: Homeland Security warnte im Mai vor Abdelhamid Abaaoud+++

Homeland Security, das US-Ministerium für Heimatschutz, hat im Mai in einem Bericht vor dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Paris gewarnt. Der achtseitige, nicht vertraulich gestempelte Bericht analysiert die Folgen aus einem im Januar im belgischen Verviers vereitelten Anschlag. Überschrift: „Künftige IS-Operationen im Westen könnten dem unterbundenen belgischen Plot ähneln“. Er entstand in Zusammenarbeit mit dem FBI und dem nationalen Anti-Terror-Zentrum. Bild.de zitierte am Donnerstag aus dem Bericht. Zuvor hatten Fox, CNN und die „Daily Mail“ darüber berichtet.

+++ 20:43 Uhr: Anschlagsplaner von Hannover soll deutschen Pass haben+++
Nach der Absage des Fußball-Länderspieles am Dienstag berichtet die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (Freitagausgabe) über weitere Einzelheiten der mutmaßlichen Anschlagspläne. Es gebe es eine fünfköpfige Extremistenzelle, deren Anführer einen deutschen Pass haben solle, berichtet das Blatt unter Berufung auf ein französisches Geheimdienstpapier.

Demnach waren fünf Bombenanschläge geplant, darunter drei im Stadion selbst.

(dpa, rtr, afp, red)