+++22:37 Uhr: De Maizière: Attentäter-Identifizierung durch Personaldokumente +++

Der Attentäter von Istanbul ist nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) durch Personaldokumente von den türkischen Sicherheitsbehörden identifiziert worden. „Man hat diesen Mann insoweit identifiziert, dass es ein Personaldokument gibt, aber ob dieses Personaldokument zu diesem Mann gehört, ist alles noch Gegenstand der Aufklärung“, sagte de Maizière am Mittwoch den ARD-„Tagesthemen“.

Die türkische Nachrichtenagentur DHA hatte zuvor unter Berufung auf die Polizei gemeldet, bei seiner Registrierung als Flüchtling seien dem Attentäter namens Nabil Fadli am 5. Januar in Istanbul Fingerabdrücke abgenommen worden. Diese hätten nun dabei geholfen, den 27-Jährigen zu identifizieren.

+++20:34 Uhr: Merkel trauert „um unsere Landsleute“ +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach dem Anschlag in Istanbul den Angehörigen der zehn getöteten Deutschen ihr Mitgefühl ausgesprochen. „Ich trauere um unsere Landsleute“, sagte Merkel bei einer Veranstaltung des Walter Eucken Instituts am Mittwoch in Freiburg. „Wir denken voller Anteilnahme an die Familien, denen mit dem Verlust eines geliebten Menschen unendlich viel Leid zugefügt worden ist.“ Deutschland dürfe sich dem Terrorismus auch nach tödlichen Angriffen nicht geschlagen geben.

„Ziel des internationalen Terrorismus ist es, unser freies Leben in freien Gesellschaften anzugreifen“, sagte die Kanzlerin. Dies werde nicht gelingen. „Das freiheitliche Leben ist stärker als der Terror“, betonte sie: „Unsere Entschlossenheit, gemeinsam gegen den Terror vorzugehen und unsere Freiheit werden sich gegen den Terror durchsetzen. Davon bin ich überzeugt.“

+++18:27 Uhr: Vier weitere Festnahme nach Anschlag+++
Nach dem Selbstmordanschlag von Istanbul sind nach Angaben der türkischen Regierung insgesamt fünf Verdächtige festgenommen worden. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte in Istanbul, am Mittwoch sei es zu vier weiteren Festnahmen gekommen. Nach Angaben von Innenminister Efkan Ala war ein erster Verdächtiger bereits am Dienstagabend festgenommen worden.

+++15:41 Uhr: Attentäter als Flüchtling registriert+++
Der syrische Selbstmordattentäter von Istanbul hat sich nach einem Medienbericht als Flüchtling in der Türkei registrieren lassen. Die Nachrichtenagentur DHA meldete unter Berufung auf die Polizei, dabei seien dem 27-jährigen Nabil Fadli am 5. Januar in Istanbul Fingerabdrücke abgenommen worden. Diese hätten nun dabei geholfen, ihn als Attentäter zu identifizieren. DHA berichtete weiter, Fadli sei bei der Registrierung von vier Menschen begleitet worden, nach denen jetzt gefahndet werde.
Die arabische Tageszeitung „Al-Hayat“ zitierte am Mittwoch einen Sprecher des saudischen Innenministeriums, wonach Fadli in Saudi-Arabien geboren wurde. Er sei aber syrischer Staatsbürger gewesen und habe Saudi-Arabien bereits 1996 im Alter von acht Jahren mit seiner Familie verlassen.

+++13:10 Uhr: Zehn deutsche Todesopfer bei Anschlag+++

Bei dem Anschlag in Istanbul sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes zehn Deutsche getötet worden. Wie eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch in Berlin sagte, werden sieben deutsche Verletzte in Krankenhäusern behandelt, davon fünf auf der Intensivstation. Zunächst war von acht deutschen Todesopfern die Rede gewesen.

+++12:35 Uhr: Bundeswehr könnte Schwerverletzte aus Türkei abholen+++

Die Bundeswehr bietet einen Rücktransport der Opfer nach Deutschland an. Neben den sterblichen Überresten der Getöteten könnten die Schwerverletzten in einem speziellen Lazarett-Airbus der Streitkräfte ausgeflogen werden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch in Berlin. Ebenso werde derzeit geprüft, bei Bedarf Angehörige mit Flugzeugen der Flugbereitschaft nach Istanbul zu bringen.

+++12:10 Uhr: Türkische Presse bekundet Anteilnahme+++

Mehrere türkische Zeitungen sind am Mittwoch mit deutschen Schlagzeilen erschienen.

+++11:52 Uhr: Kein Hinweis auf gezielten Angriff+++

Der Anschlag von Istanbul hat sich nach bisheriger Einschätzung der Bundesregierung nicht gezielt gegen Deutsche gerichtet. „Nach bisherigem Ermittlungsstand liegen keine Hinweise darauf vor, dass der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet war“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch in Istanbul.

+++11:15 Uhr: Neun von elf Opfern sind Deutsche+++

Der türkische Innenminister Efkan Ala hat neue Opferzahlen bekanntgegeben: Demnach sind insgesamt elf Menschen ums Leben gekommen, darunter neun Deutsche. Außerdem gebe es noch zwei deutsche Schwerverletzte, sagte er am Mittwoch in Istanbul nach einem Treffen mit Bundesinnenminister Thomas de Maiziere. Die anderen beiden Toten stammten aus Norwegen und Peru.

+++11:00 Uhr: de Maizière in der Türkei+++

Nach dem Terroranschlag ist Bundesinnenminister Thomas de Maizière zu einem Besuch in Istanbul eingetroffen. Der CDU-Politiker will sich zusammen mit seinem türkischen Kollegen Efkan Ala ein Bild von der Lage machen.

+++10:18 Uhr: Vermutlich alle zehn Todesopfer Deutsche+++

Die türkischen Behörden gehen nach vorläufigen Erkenntnissen davon aus, dass es sich bei allen zehn Todesopfern des Terroranschlags von Istanbul um Deutsche handelte. Zwei noch nicht endgültig identifizierte Tote seien nach vorläufigen Ermittlungen ebenfalls Bundesbürger gewesen. Das hätten polizeiliche Ermittlungen ergeben. Die medizinischen Untersuchungen seien aber noch nicht endgültig abgeschlossen.

+++10:02 Uhr: 65 Festnahmen schon am Dienstag+++

Neben den drei am Mittwoch festgenommenen Russen gab es bereits am Dienstag Festnahmen: Bei Razzien in mehreren türkischen Städten wurden 65 mutmaßliche Dschihadisten verhaftet, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Unter ihnen seien 16 Verdächtige, die einen Anschlag in der Hauptstadt Ankara geplant haben sollen. Eine andere Gruppe habe ein Attentat an einem unbekannten Ort in der Türkei verüben wollen.

+++10:30 Uhr: Trauerbeflaggung in Berlin+++

Nach dem Tod eines Ehepaars aus Falkensee (Havelland) bei dem Terroranschlag in Istanbul hat die Stadt Trauerbeflaggung angeordnet. Bürgermeister Heiko Müller (SPD) reagierte tief erschüttert auf den Tod der 71 und 73 Jahre alten Touristen. „Der Terror hat uns inzwischen auch in Falkensee erreicht“, sagte er am Mittwoch laut einer Pressemitteilung. „In diesen schweren Stunden der Trauer sind unsere Gedanken bei den Angehörigen der Opfer.“

+++9:55 Uhr: Drei Sachsen unter Opfern+++

Unter den deutschen Todesopfern des Terroranschlags in Istanbul sind auch drei Sachsen. Das sei „traurige Gewissheit“, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Mittwoch in Dresden.

+++9:30 Uhr: Warnung des Geheimdienstes?+++

Vor dem Selbstmordattentat hat der türkische Geheimdienst MIT einem Medienbericht zufolge vor Terrorangriffen unter anderem auf Touristen im Land gewarnt. Die Zeitung „Hürriyet“ berichtete, die Hinweise vom 17. Dezember und 4. Januar seien an Sicherheitsbehörden im ganzen Land gegangen. In den Warnungen habe es geheißen, Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) seien ins Land eingedrungen. Sie könnten nach Istanbul oder Ankara weitergereist sein oder auch über die Türkei in andere europäische Länder ziehen.

„Hürriyet“ berichtete, in der Warnung heiße es, der IS plane Selbstmordanschläge „auf in der Türkei lebende Nichtmuslime, Ausländer, Tourismusregionen, von ausländischen Besuchern stark frequentierte Orte oder auf Botschaften und Konsulate der entsprechenden Länder und auf Nato-Einrichtungen im Land“.

+++8:45 Uhr: Anti-IS-Operation in Antalya+++

Einem Medienbericht zufolge ist es im südtürkischen Antalya zu einer Polizeioperation gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekommen. Drei verdächtige russische Staatsbürger seien festgenommen worden, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Mittwoch. Sicherheitskräfte hätten bei einer Durchsuchung Dokumente und Datenträger beschlagnahmt.

Ob die Festnahmen in direktem Zusammenhang mit dem Anschlag von Istanbul standen, blieb unklar. Antalya ist eines der beliebtesten Urlaubsziele von Deutschen in der Türkei.

+++8:31 Uhr: Hesse unter den Toten+++

Bei dem Terroranschlag in Istanbul ist ein 67 Jahre alter Mann aus Nordhessen getötet worden. Seine 50-jährige Frau sei bei der Attacke am Dienstag verletzt worden, teilte die hessische Staatskanzlei am Mittwoch in Wiesbaden mit. Weitere deutsche Todesopfer des Anschlags stammen aus Berlin, Brandenburg und Rheinland-Pfalz.

+++6:00 Uhr: weltweites Entsetzen+++

Weltweit reagierten Politiker mit Trauer und Entsetzen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, es handele sich um ein „verachtenswertes Verbrechen“. Die USA betonten, sie stünden weiter fest an der Seite der Türkei. Frankreichs Präsident François Hollande sprach von einem „abscheulichen Terroranschlag“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte den Anschlag als „mörderischen Akt“: „Die Terroristen sind Feinde aller freien Menschen, ja, sie sind Feinde aller Menschlichkeit“, sagte sie am Dienstagabend in Berlin. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach von „Stunden der Trauer, der Wut und des Entsetzens“

+++23:00 Uhr: Drei-Länder-Reise+++

Die deutschen Opfer waren nach Angaben des Reiseveranstalters Lebenslust Touristik auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise und kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Insgesamt zählte die Reisegruppe 33 Mitglieder, wie der Sprecher des Reiseunternehmens, Ingo Leßmann von der sk-medienconsult, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagabend sagte. (dpa, afp, rtr, red)