Die News vom Sonntag zum Nachlesen:

+++23:35 Uhr: Sender: Anti-Terror-Einsatz in mehreren Brüsseler Gemeinden+++

Der großangelegte Anti-Terror-Einsatz der belgischen Polizei betrifft nach Informationen des öffentlichen Radiosenders RTBF mehrere Brüsseler Gemeinden. Es habe Razzien und Festnahmen gegeben, berichtete der Sender am Sonntagabend. Die Staatsanwaltschaft wolle sich nach Abschluss der Aktion äußern - ein Zeitpunkt dafür blieb zunächst offen.

+++22:40 Uhr: Belgiens Polizei fordert zur Zurückhaltung in sozialen Netzwerken auf+++

Während eines Anti-Terror-Einsatzes in Brüssel hat die belgische Polizei gebeten, keine Details in sozialen Netzwerken zu verbreiten. Der öffentliche Radiosender RTBF teilte am Sonntagabend mit, er werde dieser Bitte folgen. Der Sicherheitsexperte André Jacob sagte dem Sender, es sei nach seinem Eindruck das erste Mal, dass die Polizei mit einem solchen Vorstoß zur Medienzurückhaltung an die Öffentlichkeit gehe.

+++22:00 Uhr: Linienbus quergestellt, Hubschrauber im Einsatz+++

Im Zentrum von Brüssel läuft ein großangelegter Anti-Terror-Einsatz. Mehrere Straßen in der Nähe des zentralen Marktplatzes Grand Place wurden abgesperrt, berichtete ein Reporter des belgischen Radios RTBF.

An einer Straße sei ein Linienbus quergestellt worden, um den Verkehr zu stoppen. Ein Hubschrauber kreise über den Häusern. Zahlreiche schwer bewaffnete Soldaten und Polizisten seien im Einsatz, sie seien auch in ein Hotel gegangen. Von offizieller Seite gab es zunächst keine Bestätigung für den Einsatz.

+++20:45 Uhr: Anti-Terror-Einsätze im Zentrum von Brüssel+++

Im Zentrum von Brüssel hat die Polizei am Sonntagabend mehrere Anti-Terror-Einsätze gestartet. Einsatzkräfte hätten einen Sicherheitsring um die Rue du Midi in der Innenstadt errichtet, meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Nach Angaben des belgischen Rundfunks RTBF waren Polizeieinheiten auch im Stadtteil Etterbeek aktiv. Zuvor war die höchste Terrorwarnstufe für die belgische Hauptstadt bis Montag verlängert worden. Nach Angaben der Regierung besteht die Gefahr von Anschlägen wie in Paris, es wird nach Terrorverdächtigen gesucht.

+++19:32 Uhr: EU-Ministertreffen finden trotz Terroralarms in Brüssel statt+++
Trotz der höchsten Terrorwarnstufe in Brüssel werden am Montag die Treffen der EU-Finanzminister und der EU-Bildungsminister stattfinden. Das teilte die Ständige Vertretung Luxemburgs bei der EU am Sonntagabend im Kurzmitteilungsdienst Twitter mit. Luxemburg leitet derzeit die Ministertreffen.

Die Euro-Finanzminister oder ihre Vertreter treffen sich um 15.00 Uhr, um über die Auszahlung von weiteren Hilfsmilliarden an Griechenland und die Haushaltsentwürfe der Eurostaaten für das kommende Jahr zu beraten. Die Minister für Kultur und Bildung wollen unter anderem über die Migrationspolitik sprechen. Andere Treffen in dem Ratsgebäude seien dagegen abgesagt.

+++18:44 Uhr: Höchste Terrowarnstufe für Brüssel wird verlängert+++

Die höchste Terrorwarnstufe für die belgische Hauptstadt Brüssel wird verlängert. Das teilte der belgische Premierminister Charles Michel nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates am Sonntag mit.

+++17:50 Uhr: Medienhaus bei Brüssel wieder freigegeben+++

Nach einer Bombendrohung ist das Medienhaus der flämischen Gruppe Medialaan in Vilvoorde bei Brüssel wieder freigegeben. „Das Gebäude wurde durchsucht und nichts Verdächtiges gefunden“, sagte eine Sprecherin laut belgischer Nachrichtenagentur Belga. Die Mitarbeiter hätten ihre Arbeit wieder aufnehmen können.

+++16:46 Uhr: Medienhaus bei Brüssel wegen Bombendrohung geräumt +++

Das Medienhaus der flämischen Gruppe Medialaan in Vilvoorde bei Brüssel ist am Sonntag wegen einer Bombendrohung geräumt worden. Das gesamte Gebäude wurde evakuiert, alle Mitarbeiter mussten ihre Büros verlassen, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Polizisten mit Spürhunden durchsuchten das Haus nach Sprengstoff.
Wegen erhöhter Anschlagsgefahr gilt in Brüssel und auch in der angrenzenden Stadt Vilvoorde seit Samstagmorgen die höchste Terrorwarnstufe.

+++15:50 Uhr: Bilder aus zerstörter Wohnung in Saint-Denis+++

Der Fernsehsender ITV News zeigt Bilder der zerstörten Wohnung in Saint-Denis. Am Mittwochmorgen erfolgte hier der Zugriff der französischen Spezialeinheiten. Insgesamt fielen 5000 Schüsse, ein Terrorist sprengte sich selber in die Luft. Dessen Identität ist immer noch ungeklärt.

Es starben außerdem Abdelhamid Abaaoud und dessen Cousine Hasna Aitboulahcen. Die Bilder zeigen eine komplett zerstörte Wohnung.

+++14:30 Uhr: Bruder geht von Rückzieher Abdeslams aus+++

Der nach Belgien geflohene mutmaßliche Attentäter von Paris, Salah Abdeslam, hat vermutlich eine Sprengstoffweste bei sich, wie eine Anwältin am Samstag sagte. Er sei damit auf seiner Flucht drei Mal von der Polizei kontrolliert worden, so Carine Couquelet, die einen der mutmaßlichen Fluchthelfer vertritt. Sein Bruder Mohamed Abdeslam sagte, Salah habe bei den Anschlägen in Paris offenbar in letzter Minute einen Rückzieher gemacht.

Am Sonntag äußerste Mohamed Abdeslam im belgischen Sender RTBF, sein Bruder sei womöglich „nicht bis zum Ende dessen gegangen, was er geplant hatte“. „Das ist mehr als meine Hoffnung, das ist meine Überzeugung“, sagte er und forderte seinen Bruder erneut auf, sich den Behörden zu stellen.

„Salah ist sehr intelligent, ich denke, dass er in letzter Minute umgeschwenkt ist“, sagte Mohamed Abdeslam. „Vielleicht hat er etwas gesehen oder gehört, was er nicht erwartet hatte und entschieden, die Sache nicht zu Ende zu bringen.“ Ein anderer Bruder, Brahim Abdeslam, hatte sich in einem Pariser Restaurant in die Luft gesprengt.

+++13:45 Uhr: Kampfansage Obamas+++

US-Präsident Barack Obama hat am Rande des Asien-Gipfels in Kuala Lumpur gesagt, die USA gingen mit aller Macht gegen die Terrormiliz Islamischer Staat vor. Die Gruppe werde zerstört. Niemand dürfe sich einschüchtern lassen, fügte Obama hinzu. „Unser stärkstes Werkzeug im Kampf gegen die IS-Miliz ist es zu bekräftigen, dass wir keine Angst haben“, sagte er.

+++12:30 Uhr: Diskussion über Wehrpflicht+++

Für die Bundesdelegiertenversammlung des Reservistenverbandes hat die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen einen Antrag vorbereitet, der sich für ein Ende der Aussetzung der Wehrpflicht oder ersatzweise für ein verpflichtendes soziales Jahr für junge Frauen und Männer ab 18 Jahren einsetze.

Neben positiven Auswirkungen auf die Sicherheit sei die Wehrpflicht auch ein Mittel der Integration: „Wenn junge Menschen bei der Bundeswehr, dem Technischen Hilfswerk, den Feuerwehren [...] wie selbstverständlich zusammenarbeiten, kommen sich Ethnien und Religionen vielleicht näher“, sagte der Vorsitzende des Reservistenverbandes NRW, Wolfgang Wehrend.

Die Reaktionen auf den Vorschlag in den sozialen Netzen sind eher verhalten:

+++11:40 Uhr: Russland schenkt Frankreich einen Hund+++

Sprengstoff-Spürhund „Diesel“ ist beim Einsatz in Saint-Denis ums Leben gekommen. Als Ersatz will Russland den Welpen „Dobrynja“ nach Paris schicken. Eine nette PR-Aktion, die aber offenbar gut ankommt.

+++10:08 Uhr: Zwei gefährliche Terroristen befinden sich in Brüssel+++

In Brüssel sollen sich zwei gefährliche Terroristen aufhalten. Das sagte der Bürgermeister der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek, Bernard Clerfayt. „Es gibt diese Gefahr. Wir haben erfahren, dass sich zwei Terroristen auf Brüsseler Territorium befinden und gefährliche Taten verüben könnten“, sagte Clerfayt.

Auch Belgiens Innenminister Jan Jambon sprach im Radio von „mehreren Verdächtigen“. Seit mehr als einer Woche fahndet die Brüsseler Polizei nach Salah Abdeslam, einem Bruder eines der Pariser Selbstmordattentäter. Abdeslam, der im Brüsseler Stadtteil Molenbeek wohnte, soll an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein und danach wieder nach Brüssel zurückgekommen sein.

+++9:40 Uhr: Anschläge beim Länderspiel knapp verhindert+++

Ein „minutiös geplanter Terrorangriff“ auf das Fußball-Länderspiel am vergangenen Dienstag in Hannover ist nach Zeitungsinformationen nur kurzfristig durch die Absage des Spiels gescheitert. Dies berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise. Die Gruppe, die den Anschlag demnach plante, könne immer noch zuschlagen.

Der französische Geheimdienst habe dem deutschen Verfassungsschutz mitgeteilt, dass eine Terroristengruppe fünf Bomben zünden wolle - drei davon im Stadion, eine an einer Bushaltestelle und eine an einem Bahnhof, berichtete die FAS. Es seien auch Namen von Terroristen mitgeteilt worden. Den Sicherheitsbehörden seien diese bisher nicht bekanntgewesen. Um diese Personen zu finden, würden nun sogenannte Gefährder beobachtet.

Seit Donnerstag ermittelt der Generalbundesanwalt nach der Absage des Fußball-Länderspiels Deutschland-Niederlande. In Hannover wurde bislang kein Sprengstoff gefunden - laut „FAS“-Bericht möglicherweise wegen der rechtzeitigen Spielabsage, aufgrund derer die Gruppe ihre Anschläge verschoben habe.

+++9:30 Uhr: Reservisten wollen Wehrpflicht wieder einführen+++

Der Reservistenverband der Bundeswehr hat sich mit Blick auf die aktuelle Sicherheitslage für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ausgesprochen. „Es geht um die Sicherheit unseres Landes“, sagte der Vorsitzende des nordrhein-westfälischen Reservistenverbandes, Wolfgang Wehrend, der „Rheinischen Post“. Die Wehrpflicht sei auch ein Mittel der Integration, sagte Wehrend.

+++9:09 Uhr: Identität des dritten Toten von Saint-Denis unklar+++

Nach dem Anti-Terror-Einsatz vor den Toren von Paris bleibt die Identität des dritten Toten ungeklärt. Die Ermittler konnten zwar die DNA des Mannes analysieren, fanden dafür aber keine Entsprechung in ihrer Datenbank. Der Unbekannte hatte sich nach Polizeiangaben bei dem Angriff auf eine Wohnung in der Vorstadt Saint-Denis selbst in die Luft gesprengt. Die beiden anderen Toten des Einsatzes sind Abdelhamid Abaaoud und dessen Cousine Hasna Aitboulahcen.

+++8:29 Uhr: Bombendrohung gegen Turkish-Airline Maschine+++

Ein türkisches Passagierflugzeug ist wegen einer Bombendrohung nach Kanada umgeleitet worden. Wie die kanadische Polizei am Sonntag mitteilte, steuerte die Maschine der Fluggesellschaft Turkish Airlines nach ihrem Start in New York aus Sicherheitsgründen den Flughafen in Halifax an, wo sie schließlich sicher landete. An Bord des Flugs mit Ziel Istanbul waren 256 Passagiere und Crewmitglieder.

Anfang der Woche mussten in den USA bereits zwei Flugzeuge der französischen Fluggesellschaft Air France wegen Bombendrohungen umgeleitet werden.

+++23:15 Uhr: Höchste Alarmstufe in Brüssel+++

Brüssel ist wie leergefegt. Weiterhin gilt die höchste Alarmstufe. Die U-Bahn ist geschlossen, Soldaten patroullieren durch die Straßen. Ein Sprecher des Krisenzentrums sagte im belgischen Radio: „Die Empfehlungen an die Bevölkerung sind sehr einfach: Wir bitten darum, Plätze mit vielen Menschen in der Hauptstadtregion Brüssel zu vermeiden, also Konzerte, Großereignisse, Bahnhöfe, Flughäfen und den öffentlichen Personennahverkehr.“ Auch am Sonntag werden die Maßnahmen zunächst weitergeführt.

Die Polizei fahndet noch immer nach dem Terrorverdächtigen Salah Abdeslam.

+++22:13 Uhr: Eagles of Death Metal äußern sich in „Vice“-Interview zu dem Anschlag auf das Bataclan+++

Erstmals äußern sich die Eagles of Death Metal in einem Video zu dem Anschlag auf das Bataclan. Das „Vice“-Magazin zeigte vorab eine kurze Szene aus einem Interview, der vollständige Clip wird in der nächsten Woche veröffentlicht.

„So viele Menschen wurden getötet, weil sie ihre Freunde nicht alleine lassen wollten und sich schützend vor andere gestellt haben“, so Jesse Hughes, Frontmann der Band mit sichtlich bewegter Stimme. Bei einem Auftritt der Eagles of Death Metal im Bataclan kamen 89 Menschen ums Leben. (dpa. afp, rtr, red)