Berlin - Textnachrichten und Videoanrufe sind der einzige Kontakt, den Shewit Yohannes mit ihren beiden Söhnen hat. „Seit sechs Jahren“, sagt sie, und die Worte kommen der zierlichen Frau nur schwer über die Lippen, ihre Stimme ist hauchdünn. Shewit Yohannes, 31, Eritreerin mit freundlichen, wachsamen Augen, sitzt vor dem Handybildschirm in ihrem Zimmer in Spandau. Hinter ihr scheint vorsichtig die Februarsonne durchs Fenster. Wir sind zu einem Videoanruf verabredet.

Während wir miteinander sprechen, sind ihre Söhne mit ihrer Großmutter in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba rund 5000 Kilometer entfernt. Sie sind sechs und zehn Jahre alt. Zu jung, um die Entfernung zu verstehen. Zu jung, um zu verstehen, warum die neun Flugstunden ein Hindernis sind, um bei ihrer Mutter zu leben, sie wenigstens zu besuchen. Doch das dürfen sie nicht.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.