Nina Zacher aus München ist Anfang 40, vierfache Mutter, eine lebensfrohe Frau, die mitten im Leben steht, als sie 2012 erfährt, dass sie an der Nervenkrankheit Amytrophe Lateralsklerose (ALS)  leidet. Die Diagnose ist ihr Todesurteil –  die Erkrankung des Nervensystems greift die Muskeln an, diese gehen nach und nach zugrunde, bis die Betroffenen schließlich gelähmt sind, nicht mehr sprechen, nicht schlucken und nicht atmen können.

All das ist grausam genug, doch hinzu kommt, dass die geistigen Fähigkeiten im Laufe der Krankheit meist vollständig erhalten bleiben: Wer an ALS leidet, bekommt seinen eigenen körperlichen Verfall bei vollem Bewusstsein mit.

Unheilbare Krankheit führt in den Tod

Amyotrophe Lateralsklerose ist nicht heilbar. Betroffenen sterben in der Regel innerhalb von nur wenigen Jahren an den Folgen. Auch Nina Zacher wird bald sterben.

Doch sie versteckt sich trotz der Schockdiagnose nicht. Auf Facebook sucht sie ganz offensiv die Öffentlichkeit, will auf die Krankheit aufmerksam machen und die Bevölkerung aufklären.


Mittlerweile folgen mehr als 40.000 Menschen Nina Zachers Profil in dem sozialen Netzwerk – und sie schauen der 46-Jährigen auf diese Weise auch beim Sterben zu. Dabei war vor wenigen Jahren noch so unvorstellbar, dass Nina schon so bald sterben könnte.

Es war 2012, als sie im Skiurlaub Schmerzen im Daumen bemerkt. Ihr kam nach kurzer Google-Recherche der Verdacht, womöglich an ALS erkrankt zu sein, und die Selbstdiagnose bestätigte sich schließlich.