Nach einer Treibjagd. Wildschweine sollen nun noch stärker bejagt werden.
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BerlinIn Brandenburg sind inzwischen 13 Fälle der Afrikanischen Schweinepest nachgewiesen. Nun hat der Deutsche Jagdverband (DJV) erste Hochrechnungen zur Wildschweinjagd vorgelegt. Aus der vorläufigen Jagdstatistik geht hervor, dass die Jäger bundesweit im vergangenen Jagdjahr etwa 856.000 Wildschweine erlegt haben, also vom 1. April 2019 bis zum 31. März 2020. Nach Angaben des Verbandes ist dies der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast 100 Jahren. Die endgültigen Zahlen würden aber erst im Dezember vorliegen.

Dieser Allzeitrekord stellt auch eine deutliche Erhöhung gegenüber dem Jagdjahr davor dar: Die Steigerung liegt bei etwa 45 Prozent. Der bislang höchste Wert wurde in der Saison 2017/18 erzielt – mit etwa 838.000 erlegten Wildschweinen. In Bezug auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland sagte Verbandspräsident Volker Böhning: „Wir Jäger leisten einen erheblichen Beitrag, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.“

Ohne Jagd könnten Wildschweine ihre Population jedes Jahr mehr als verdreifachen. Nach Auffassung der Jäger sei es nun wichtig, insbesondere junge Wildschweine weiterhin intensiv zu bejagen, da sie maßgeblich zur Fortpflanzung beitragen. 

Seit Donnerstag vergangener Woche gilt Deutschland nicht mehr als ASP-frei: An diesem Tag wurde die erste Wildsau in Südbrandenburg gefunden, die an der für Wildschweine immer tödlich verlaufenden Krankheit gestorben ist. Inzwischen sind in Brandenburg 13 Fälle nachgewiesen. Am Freitag wurden sechs neue Fälle vom Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt. In der Region um die Fundstellen suchen nicht nur Jäger und Förster nach toten Wildschweinen. Es sind auch Drohnen im Einsatz, Hubschrauber mit Wärmebildkameras sowie Suchhundestaffeln aus anderen Bundesländern.

Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, selbst wenn sie Fleisch von infizierten Schweinen äßen. Aber wenn die Krankheit in einen Stall mit Hausschweinen übertragen wird, müssten diese alle getötet werden. Schon jetzt, nach den ersten ASP-Fällen, gibt es schwere Exporteinbußen für die heimische Schweinefleischwirtschaft, weil vor allem asiatische Länder die Einfuhr gestoppt haben.