Warten auf Nord Stream 2: Die Röhren für die Pipeline liegen seit Monaten im Mukran Port.
Foto: AFP/Odd Andersen

SassnitzVor zwei Jahren reiste Frank Kracht, Bürgermeister von Sassnitz, in die USA, um eine neue Freundschaft zu besiegeln. Sassnitz hatte eine Städtepartnerschaft geschlossen, mit Port Washington am Michigansee. Zwei kleine Hafenstädte auf zwei Kontinenten, Völkerverständigung von unten, „kommunale Außenpolitik“ nennt man das. Kracht war das erste Mal in den Vereinigten Staaten, und selbstverständlich hatte er ein Gastgeschenk dabei,  das sorgte für Irritationen, als Zollbeamte am Flughafen von Chicago seine Tasche öffneten: weißes Pulver in Plastiktütchen. Damals ließ sich das Problem schnell aus der Welt räumen. „Es war Heilkreide“, sagt Kracht und lacht, eine Spezialität der Insel Rügen, man schmiert sie sich ins Gesicht oder streut sie ins Badewasser. Harmlos. Mit zurück brachte Kracht ein Bierglas mit Segelschiffen drauf.

Die Beziehungen zwischen Sassnitz und den USA waren also bestens. Aber seit fünf Wochen ist es kompliziert. Und es kann sein, dass Kracht so schnell nicht wieder in die USA reist. Denn dort hält man ihn jetzt nicht mehr für einen harmlosen Kleinstadtbürgermeister.

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