Rom/Cona - Die junge Frau aus der Elfenbeinküste lag tot in den Duschräumen des Flüchtlingslagers. Wiederbelebungsversuche des eilig herbeigerufenen Notarztes kamen zu spät für die 25-Jährige, die seit Tagen unter Fieber und Husten gelitten hatte, wie ihr Verlobter italienischen Journalisten sagte. Er fügte hinzu, das Erstaufnahmelager in der norditalienischen Region Venetien sei kein Ort für Frauen. In der früheren Militärbasis von Cona sind rund tausend Migranten und Asylbewerber untergebracht, teils in schlecht beheizten Containern und bei derzeit eisigen Nachttemperaturen. 

Die Nachricht vom Tod der Afrikanerin löste am Montagnachmittag eine Revolte im Lager von Cona aus. Wütende Flüchtlinge unterbrachen die Stromversorgung und zündeten Holzpaletten und Möbel an. Etwa 25 Mitarbeiter der Betreiberkooperative Ecofficina verbarrikadierten sich in einem Bürocontainer und konnten erst in der Nacht von der Polizei befreit werden. Die Flüchtlinge werfen ihnen vor, sie hätten viel zu spät Hilfe für die junge Frau geholt. Die Staatsanwaltschaft von Venedig hat nun eine Autopsie angeordnet.

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