Berlin - Ein Krieg auf der koreanischen Halbinsel muss nach Ansicht des chinesischen Außenministers Wang Yi unter allen Umständen vermieden werden. „Auch ein Prozent Wahrscheinlichkeit werden wir nicht dulden“, sagte Wang bei einem Treffen mit Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Mittwoch in Berlin. „Denn Nordkorea ist kein Mittlerer Osten. Wenn auf der koreanischen Halbinsel wirklich Krieg ausbricht, dann haben wir schwerwiegende und unvorstellbare Konsequenzen.“ Deshalb liege es im Interesse Chinas, „dass wir diese kriegerischen Risiken wirklich eindämmen“.

Nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr ist die Lage in der Region sehr angespannt. Die US-Streitkräfte haben früher als erwartet mit dem Aufbau eines umstrittenen Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen.

Russland wirft USA Verschärfung im Korea-Konflikt vor

Russland hat den USA deshalb eine Verschärfung im Korea-Konflikt vorgeworfen. Der Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Südkorea destabilisiere die Lage, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch bei einer Sicherheitskonferenz in Moskau. Erste Container mit Bauteilen des Systems THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) waren zuvor nach Südkorea gebracht worden, wie das Verteidigungsministerium in Seoul mitteilte.

Lawrows Stellvertreter Sergej Rjabkow rief Nordkorea zu einem Stopp von Atomtests auf. Eine Lösung des komplexen Konfliktes müsse beinhalten, dass die Führung in Pjöngjang sich verpflichtet, keine Atomtests vorzunehmen, schrieb Rjabkow in der Moskauer Zeitung „Kommersant“. „Nur ein Land - Nordkorea - hat im 21. Jahrhundert Atomtests gemacht“, schrieb er. (dpa)