Berlin - Der Fußball-Profi Joshua Kimmich hatte mit seiner Aussage, er wolle sich erst mit einem Totimpfstoff gegen Corona impfen lassen, für Aufsehen gesorgt. Nun vermeldet Novavax, dass der Impfstoff in einem der bevölkerungsreichsten Länder der Welt die erste Zulassung erhalten hat: In Indonesien sind Millionen Menschen noch nicht gegen das Virus geimpft. Die Gesundheitsbehörde von Indonesien hat dem US-Unternehmen Novavax und seinem Partner, dem Serum Institute of India, nun eine Notfallzulassung für seinen Covid-19-Impfstoff erteilt. Der Impfstoff wird unter dem Namen Covovax vertrieben. Neben Novavax rechnet sich auch das österreichisch-französische Unternehmen Valneva gute Chancen auf eine baldige Zulassung aus. Das deutsche Unternehmen Curevac, in das die Bundesregierung Millionen an Fördergeldern gesteckt hatte, hat dagegen seine Impfstoff-Entwicklung abgebrochen.

In einer klinischen Phase-III-Studie mit fast 30.000 Erwachsenen in den Vereinigten Staaten und Mexiko hatte der Impfstoff mit dem Namen NVX-CoV2373 laut Unternehmensangaben einen 100-prozentigen Schutz gegen mittelschwere und schwere Krankheitsverläufe und eine Gesamtwirksamkeit von 90,4 Prozent. In einer in Großbritannien durchgeführten klinischen Phase-III-Studie mit rund 15.000 Erwachsenen zeigte NVX-CoV2373 eine Gesamtwirksamkeit von 89,7 Prozent und eine Wirksamkeit von mehr als 96 Prozent gegen den ursprünglichen Virusstamm.

Novavax nannte die indonesische Zulassung einen Meilenstein. Das Unternehmen erwarte viele weitere Zulassungen weltweit in den nächsten Wochen und Monaten, berichtet die Pharmazeutische Zeitung. Die Unterlagen seien den zuständigen Zulassungsbehörden in der EU, in Kanada, in Australien und in Großbritannien eingereicht worden. In der Europäischen Union befindet sich der Impfstoff seit Februar im sogenannten telekopierten Rolling-Review-Verfahren. Anfang November hat Novavax bei der EMA und in Kanada um die Zulassung angesucht.

Ursprünglich hatte das Unternehmen gehofft, die Review im drittel Quartal abzuschließen, eine Erwartung, die sich nicht erfüllt hat. Experten zufolge ist das größte Problem bei der Herstellung die Reinheit der Substanzen. Sollte Novavax die Herstellung gelingen, ist der Impfstoff vor allem für bevölkerungsreiche Länder interessant, die wegen klimatischer Bedingungen eine tiefgekühlte Lagerung nicht im großen Stil sicherstellen können. Wie bei anderen proteinbasierten Impfstoffen reiche eine Kühlung von zwei bis acht Grad Celsius aus, so das Unternehmen. Neben Indonesien plant auch Indien den Einsatz von Novavax.