Karlsruhe - Die Tür des Wellnesshotels Esplanade bleibt für den früheren NPD-Vorsitzenden Udo Voigt grundsätzlich verschlossen − das hat am Freitag der Bundesgerichtshof (BGH) in letzter Instanz entschieden. Dem Hotelier ist aufgrund seines Hausrechts erlaubt, dem NPD-Funktionär kein Zimmer zu geben und Hausverbot zu erteilen. Eine Begründung muss er nicht geben. Ist aber schon ein Reservierungsvertrag zustande gekommen, dann muss eine nachträgliche Stornierung sachlich begründet werden. Solche Gründe hatte der Hotelbesitzer des Esplanade am Brandenburger Scharmützelsee nicht, deshalb war sein nachträglich verhängtes Hausverbot rechtswidrig, so der Richterspruch weiter.

Der Betreiber des Hotels, Heinz Baumeister, kann sich durch die Karlsruher Entscheidung im Wesentlichen bestätigt sehen. Er reservierte zunächst ein Zimmer für Udo Voigt und Ehefrau, weil er nicht bemerkt hatte, dass es sich bei dem Mann um den damaligen Vorsitzenden der NPD handelte. Erst als ihm das wenige Tage später bewusst wurde, stornierte er die ursprüngliche Reservierung. Voigt wollte eine Begründung und bekam sie: „Die politische Überzeugung von Herrn Voigt ist mit dem Ziel unseres Hauses, jedem Gast ein exzellentes Wohlfühlgefühl zu bieten, nicht zu vereinbaren“, so Baumeister. Er verhängte zusätzlich Hausverbot für den Funktionär.

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